Infrastruktur

Infrastruktur-Investments zur Portfoliodiversifizierung

Infrastruktur-Investments gelten als Möglichkeit für einen langfristigen und prognostizierbaren Cashflow. Institutionelle Investoren sollten allerdings die Risiken kennen.

Bildquelle: metamorworks/iStock/Getty Images

Infrastruktur-Investments gehören zur Anlageklasse der Real Assets, die wiederum zu den alternativen Anlagen gehören. Genau wie Immobilien und  Rohstoffe haben sie den Vorteil, dass sie eine unkorrelierte Wechselbeziehung zu anderen, traditionellen Anlagen wie Aktien oder Anleihen haben.

Infrastruktur-Investments: Definition

Infrastruktur-Investments beziehen sich auf die Finanzierung von Projekten zum Aufbau, der Sanierung oder der Instandhaltung von Objekten. Diese gehören zu Bereichen wie Transport, öffentliche Versorgung, Kommunikation, erneuerbare Energien oder soziale Infrastruktur. Die Möglichkeiten für Infrastrukturinvestments sind also breit gestreut. Einige Beispiele sind: Kommunikation, Stromnetze, Transport, Ver- und Entsorgung, Gesundheit, Bildung und Kultur.

Infrastruktur-Investments gefragt

Infrastruktur-Investitionen sind sie nicht nur aus finanzieller Sicht eine Alternative zur Portfolio-Diversifizierung von institutionellen Investoren: Der Ausbau und die Instandhaltung von Infrastruktur wie Straßen, Brücken und Schienen ist notwendig für die Gesellschaft.

Ende 2019 schlugen das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) einen Deutschlandfonds vor. Aus diesem könnten die über 450 Milliarden Euro bereitgestellt werden, auf die sich der Investitionsstau in der öffentlichen Infrastruktur schätzungsweise beläuft. Jahrzehntelang habe der deutsche Staat Investitionen vernachlässigt, bemängelten die Institute. Es wären demnach gut 450 Milliarden Euro nötig, um in den kommenden zehn Jahren den Verfall der Infrastruktur schrittweise wettzumachen.

In einer Umfrage des Forschungsinstituts V.E.R.S. Leipzig und der Commerz Real von Ende 2019 gaben 83 Prozent der befragten institutionellen Investoren an, ihre Investitionstätigkeit in Alternative Investment Fonds (AIF) ausweiten zu wollen. Davon planen 70 Prozent, ihre Investitionen in Infrastrukturfonds zu erhöhen. Befragt wurden 20 deutsche Versicherungen und zehn Pensionskassen.

Infrastruktur-Investments: Vorteile

Zu den Vorteilen von Infrastrukturinvestments zählt neben der geringen Korrelation mit anderen Asset-Klassen, dass sie langfristig ausgerichtet sind. Zudem bieten sie laut Benjamin Tingling, Institutional Portfolio Manager bei MFS, langfristig einen regelmäßigen Mittelzufluss.

Der Vorteil gelisteter Anlageoptionen gegenüber anderen alternativen Anlagen wie Private Equity Investments liegt demnach in der Transparenz und geringeren Gebühren. Zudem gebe es die Möglichkeit zur schnelleren Liquidierung der Anlage sowie der höheren Diversifikation über Regionen und regulatorische Regimes.

Infrastruktur-Investments: Nachteile

Allerding müssten die Risiken von Infrastruktur-Investments gesteuert werden. Besonders regulatorischen und politischen Risiken sei diese Asset-Klasse ausgesetzt. Als Beispiel hierfür nannte Tingling die Diskussion im Vereinigten Königreich um die Vorstöße der Labour-Partei zur Verstaatlichung des Schienen- und Stromnetzes.

Ein weiterer Nachteil von Infrastruktur-Investments: laut dem Portfolio Manager Tingling lassen die Benchmarks zu wünschen übrig. Im „FTSE Global Core Infrastructure“ fehlten demnach beispielsweise Unternehmen wie Iberdrola oder die französische Vinci, die MFS positiv bewerte, dafür sei die australische Transurban übergewichtet. Einschätzungen wie diese würden zur Verzerrung des Indexes führen.

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