Institutionelle Investoren

Institutionelle Investoren – die professionellen Anleger

Institutionelle Investoren sind keine Privatanleger – so viel steht fest. Doch wer gehört alles zum Kreis der professionellen Anleger? Und was ist für diese Gruppe wichtig?

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Das Vermögen, das institutionelle Investoren in Deutschland verwalten, nimmt stetig zu. Mittlerweile liegt es bei rund 140 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Das zeigen die aktuellen Zahlen der Institutional Investors Statistics der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Demnach legten institutionelle Investoren 2018 in Deutschland rund 4,6 Billionen Euro in Investment- und Pensionsfonds sowie Versicherungen an. Wenn alternative Anlagen wie Private Equity Fonds, Hedge– und Dachfonds sowie Staatsfonds dazugerechnet werden, dürfte die Zahl noch höher ausfallen. Institutionelle Anleger haben also eine Menge Geld in der Hand.

Institutionelle Investoren

Die Bedeutung von institutionellen Anlegern

Professionelle Anleger können in unterschiedlichen Rechtsformen auftreten, sie haben aber etwas gemein: die Zulassung für die Anlage von Finanzinstrumenten. Wegen ihrer Größe können sie großvolumige Ein- und Verkäufe am Finanzmarkt tätigen – dadurch ist ihr Einfluss auf die Märkte genau so wenig zu unterschätzen wie ihr Einfluss auf die Wirtschaft. Das Anlageverhalten von institutionellen Investoren kann Kapitalmärkte stabilisieren oder destabilisieren.

Auch in ihrer Funktion als Aktionäre sind professionelle Anleger wichtige Akteure. Beispielsweise können institutionelle Investoren über Stimmrechtsvertretung auf Hauptversammlungen Einfluss auf die geschäftliche Ausrichtung von Unternehmen nehmen oder Corporate-Governance-Maßnahmen durchsetzen.

Ihre Stimmrechte verwenden institutionelle Investoren und Asset Manager zunehmend für ESG-Engagement. Beispielsweise wird von einigen das Klimarisiko als Anlagerisiko betrachtet und Nachhaltigkeit als entscheidender Faktor für die langfristigen Aussichten von Unternehmen. So hat im Januar 2020 zum Beispiel BlackRock-CEO Larry Fink in einem Kundenbrief Unternehmen zum Handeln aufgerufen. Der Asset Manager sei „zunehmend geneigt, Vorständen und Aufsichtsräten [seine] Zustimmung zu verweigern, wenn ihre Unternehmen bei der Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen und den ihnen zugrunde liegenden Geschäftspraktiken und -plänen keine ausreichenden Fortschritte machen“.

Union Investment legt ebenfalls Wert auf Engagement. Nach eigenen Angaben hat der Asset Manager im vergangenen Jahr als Aktionär an über 2.200 Hauptversammlungen in 28 Ländern teilgenommen. Zudem gibt das Unternehmen jährlich ein Engagement-Magazin für institutionelle Anleger heraus.

Institutionelle Investoren: Versuch einer Definition

Für den Begriff „institutioneller Anleger“ gibt es keine Legaldefinition, jedoch unterschiedliche Begriffserklärungen:

  • Laut der Deutschen Bundesbank werden als institutionelle Investoren „Institutionen bezeichnet, die neben den privaten Anlegern (Kleinanlegern) am Kapitalmarkt aktiv sind“.
  • Wikipedia schreibt: „Ein institutioneller Anleger (oder institutioneller Investor) ist ein Anleger, dessen Kapitalanlagen so hoch sind und/oder so häufig vorkommen, dass dafür ein in kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb erforderlich ist.“
  • Im Börsenlexikon der F.A.Z. steht gar: Als institutionelle Anleger werden alle juristischen Personen bezeichnet. Hierzu zählen Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften, aber auch Unternehmen, die ihre Pensionskassen in Wertpapieren anlegen oder ihre Fremdwährungsbestände absichern.
  • Im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) ist derweil von institutionellen Anlegern als professionelle Kunden die Rede. Diese verfügen über ausreichende Erfahrungen, Kenntnisse und Sachverstand, um ihre Anlageentscheidungen zu treffen und die damit verbundenen Risiken angemessen beurteilen zu können (§67 (2) WpHG).

Institutionelle Investoren: Beispiele

Depot-A-Manager:  

sind für die Investitionen von Kreditinstituten zuständig.

 

Family Offices:  

übernehmen die Vermögensverwaltung von vermögenden Familien.

 

Pensionsfonds:  

wickeln die kapitalgedeckte bAV ab. Die Beiträge finanziert der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer erhält einen Versorgungsleistungsanspruch.

 

Pensionskassen: richten Unternehmen zur Altersversorgung ihrer Mitarbeiter im Rahmen der bAV ein.
Staatsfonds:  

sind Fonds, die Kapital im Auftrag von Staaten anlegen und verwalten.

 

Stiftungen:  

verwenden die Erträge von Anlagen unter anderem für den Stiftungszweck.

 

Versicherungen:  

sichern Risiken von Unternehmen oder Personen gegen eine Prämienzahlung ab.

 

Versorgungswerke:  

sind eigenständige Einrichtungen für die öffentlich-rechtliche finanzielle Alterssicherung der freien Berufe.

 

 

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