Blockchain

Blockchain: Neue Anlagestrategien für institutionelle Investoren?

Kryptowährungen wie Bitcoin sind die bekannteste Blockchain-Assetklasse, aber bei weitem nicht die einzige.

Bildquelle: peshkov/iStock/Thinkstock/GettyImages

Die Blockchain-Technologie kann institutionellen Investoren neue Investment-Möglichkeiten bieten. So können institutionelle Anleger unmittelbar in Kryptowährungen investieren oder mit klassischen Finanzprodukten an der Blockchain-Technologie partizipieren. Die ersten Produkte sind bereits auf dem Markt.

Was bietet die Blockchain institutionellen Investoren?

In den Datenstrukturen der Blockchain sind Transaktionen chronologisch protokolliert und dezentral abgebildet. Mit der Technologie lassen sich Eigentumsverhältnisse direkter und effizienter als bislang sichern und regeln. Die Grundlage dafür schafft eine lückenlose und unveränderliche Datenaufzeichnung.

Die erste Anwendung der Blockchain ist der Bitcoin. Die Blockchain bildet hierbei nur das technische Rahmenwerk, in das Bitcoin implementiert ist. Kryptowährungen sind virtuelle, (meist) dezentrale, digitale Währungen. Die bekanntesten Kryptowährungen sind Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple. Derzeit gibt es rund 2.000 weitere Kryptowährungen.

Facebook mit rund 2,4 Milliarden Usern und rund 100 weitere etablierten Unternehmen wie der Buchungsplattform booking.com, dem Taxidienst Uber sowie den Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard wollen 2020 mit Libra eine neue Kryptowährung auf den Markt bringen.

Der neue Token soll die Basis einer offenen Plattform bilden, auf der die beteiligten Firmen auch eigene Anwendungen entwickeln. Die Promotoren legen sich die Latte hoch und versprechen eine höhere Stabilität als die meisten Währungen. Trifft dies zu, hätte Libra im Gegensatz zu Bitcoin und anderen Kryptowährungen vor allem in Schwellenländern mit schwachen Währungen viel Potenzial.

Erfolgreiche Transformation basiert auf vier Säulen

Zentralbanken stehen vor einer großen Transformation mit der Einführung einer digitalen Währung. Ein Universal-Rezept dafür gibt es nicht. Grundsätzlich basiere eine erfolgreiche Transformation aber auf den vier Säulen Reorganisation, effektive Führung, operative Effizienz und einer zukunftsorientierten Personalpolitik. Das ist das Ergebnis der Studie „New realities in central banking” von Roland Berger aus dem Jahr 2017.

Was sind die Vorteile digitaler Währungen? Die Studie kommt zu folgendem Ergebnis: Sie können die Kosten für Banknotendruck, Münzprägung, Bargeldaufbewahrung und -transport sowie Geldwäschebekämpfung und Kundenidentifizierung  deutlich reduzieren. Auch die Nachteile liegen auf der Hand: Etwa die hohe Fluktuation oder Sicherheitsbedenken etwa durch Hackerangriffe.

Disruption durch Blockchain-Technologie 

Die Auswirkungen der Blockchain-Disruption im Vermögensverwaltungsgeschäft werden massiv sein, sagt Maren Schmitz, Leiterin des Asset Management Beratungsgeschäfts für KPMG Deutschland.

Die Geschwindigkeiten werden sich dadurch unfassbar erhöhen. Aktuell dauern die Ausführung und Verbuchung und das Matching einer Transaktion ein bis vier Tage. Mit der neuen Technologie werden in Zukunft Trades mit einem Fingerschnips ausgeführt und abgewickelt werden können, sagt Schmitz. Es werde schneller, effizienter und kostengünstiger sein. Das erhöhe Produktivität und Profitabilität.

Der komplette Trading-Bereich werde von der Disruption betroffen sein, so Schmitz weiter. Dann der nachgelagerte Teil, die Fondbuchhaltung. Beim Thema Reporting und Kommunikation könne diese Technologie ebenfalls zum Einsatz kommen. In Zukunft werde es wohl auch möglich sein, einen Fonds per Messaging-Dienst oder über andere Intermediäre zu kaufen.

Laut Dr. Holger Sepp vom Privatbankhauses Hauck & Aufhäuser ist das Verwahrstellengeschäft zurzeit gekennzeichnet von einem starken Interesse institutioneller Investoren an Sachwerten und eben auch Kryptoassets.

Blockchain-Technologie verändert Investments in Real Assets

Auch im Handel von Real Assets wie beispielsweise im Kunstmarkt wird die Blockchain-Technologie bereits eingesetzt. Statt des Gemäldes oder der Statue erwirbt der Anleger lediglich Anteile an einem Kunstwerk. Möglich macht dies die so genannte Tokenisierung und der anschließende Blockchain-basierte Handel dieser digitalisierten Vermögenswerte.

Weitere Pluspunkt dieser Sammel-Strategie: Das Portfolio kann diversifiziert werden. Auf diesem Wege lässt sich auch das Problem mit der langen Haltedauer losen, mit dem institutionelle Investoren bei illiquiden Anlagen konfrontiert sind.

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