Für Kryptoanleger war 2025 kein gutes Jahr. Andere risikoaffine Anlageklassen konnten deutlich besser performen. Dennoch erreichten die gesamten Zuflüsse in digitale Vermögenswerte laut CoinShares mit 47,2 Milliarden US-Dollar fast das Rekordniveau aus dem Jahr 2024 (48,7 Milliarden Dollar).
Deutschland mit größtem Wachstumsdelta
Auch wenn erwartungsgemäß ein Großteil der Zuflüsse auf die USA entfiel, verzeichnete Deutschland 2025 in diesem Bereich das stärkste Wachstum: Flossen hierzulande 2024 noch 43 Millionen Dollar, konnten im vergangenen Jahr starke 2,5 Milliarden Dollar generiert werden. Kein anderer Markt verzeichnete ein größeres Delta. In den USA gingen die Zuflüsse von 48,5 auf 42,5 Milliarden Dollar sogar zurück. Bitcoin musste 2025 einen Rückgang der Zuflüsse um 35 Prozent verkraften und kam auf lediglich 26,9 Milliarden Dollar. Infolge der Kursrückgänge flossen 2025 insgesamt 105 Millionen US-Dollar in Short-Bitcoin-Anlageprodukte.
Der Start ins Jahr 2026 verlief hingegen überraschend dynamisch. Allein am ersten Handelstag, dem 2. Januar, flossen digitalen Vermögenswerten 671 Millionen Dollar zu. Marc de Ligneris, Senior Portfoliomanager bei CoinShares, wundert das nicht, war die Underperformance im Vorjahr aus seiner Sicht vor allem Gewinnmitnahmen sehr langfristiger Halter geschuldet, aber keinesfalls makroökonomisch bedingt.
BoA empfiehlt Bitcoin-Allokation, Unsicherheiten durch Venezuela
Bemerkenswert sei gewesen, dass das vierte Quartal zwar Abflüsse aus ETFs verzeichnet habe, diese jedoch vollständig auf die Auflösung von Basis-Carry-Trades zurückzuführen gewesen seien. „Obwohl im Dezember viele Rückgaben stattfanden, stieg die Gesamtposition am Markt dennoch an, weil diese Abflüsse durch das Eindecken von Short-Futures mehr als kompensiert wurden“, so de Ligneris. Generell hätten sich seit der Einführung von US-ETFs langfristige Long-Positionen weiter aufgebaut. Unterstützend dürfte zudem wirken, dass die Bank of America ihre Finanzberaterinnen und -berater in diesem Jahr erstmals offiziell dazu berechtigt hat, ihren Kundinnen und Kunden eine Bitcoin-Allokation von bis zu 4 Prozent zu empfehlen.
Der US-Angriff auf Venezuela birgt laut dem CoinShares-Experten hingegen Risiken. Denn in dem lateinamerikanischen Land könnten Bitcoin im Wert von 60 Milliarden Dollar liegen, wie das digitale Medium Project Brazen berichtete. „Diese Nachricht hat in den vergangenen Tagen auf dem Markt gelastet, da Befürchtungen bestehen, solche Bestände könnten liquidiert werden“, so de Ligneris. „Sollte es diese Reserven jedoch tatsächlich geben, wäre ein alternatives Szenario, dass sie von den Vereinigten Staaten beschlagnahmt und nie verkauft werden.“ Dann würden diese Bitcoins faktisch aus dem liquiden Angebot entfernt, was die Preise strukturell unterstützen würde.
Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

