Das Rentensystem in Schweden wurde 2001 reformiert. Neben der allgemeinen Rente gibt es eine Prämien- und eine Garantierente. Letztere ist umlagefinanziert, spielt aber keine große Rolle.
In die allgemeine Rente zahlen Arbeitgeber und -nehmer 16 Prozent des relevanten Lohnes ein. Sie ist grundsätzlich umlagefinanziert hat aber eine gewisse Kapitaldeckung. Anfang 2001 wurden vier unabhängige Puffer-Fonds mit jeweils 134 Milliarden Kronen (rund 15 Milliarden Euro) ausgestattet. Die Fonds starteten mit einer 70:30 Fixed Income-Equities-Allokation, die Aktienquote wurde aber schnell ausgebaut. Bis Ende 2016 erreichten die vier Fonds ein Kapital von insgesamt rund 135 Milliarden Euro.
Die Anlagerichtlinien sind liberal: Die Aktienquote kann bis zu 70 Prozent betragen, nur 30 Prozent müssen in Renten und bis zu 5 Prozent können in Private Equity allokiert werden. Dementsprechend offensiv ist die Asset Allocation: Die Aktienquote im Schnitt der vier Fonds beträgt fast 45 Prozent, nur rund ein Drittel der Gelder ist in Renten investiert. Die Immobilienquote beträgt gut 11 und der Anteil für Alternatives gut 10 Prozent, wobei die 5 Prozent-Grenze für Private Equity zwei Fonds ausgeschöpft haben.
In 2016 haben die vier Fonds eine Rendite nach Kosten von knapp 10 Prozent erzielt (Vorjahr 5,4). In der letzten Dekade lag der Wert (geometrisches Mittel) bei fast 6 Prozent. Da die Fonds die hohe Aktienquote auch nach schwierigen Jahren durchhielten, konnten sie ihre Zielrendite von real 4 Prozent nach Kosten übertreffen – trotz negativer Rendite in 2008 (-21,7 Prozent) und 2011.
Ein Fünfter Fonds mit deutlich geringerem Volumen von knapp 3 Milliarden Euro erhält kein weiteres Kapital und investiert ausschließlich in nicht notierte Unternehmen (Direktinvestments und Fonds). Er erzielte im Schnitt der letzten zehn Jahre eine Rendite von gut 5 Prozent.
Die Prämienrente ist komplett kapitalgedeckt, hier zahlen Arbeitnehmer und -geber 2,5 Prozent des relevanten Lohnes ein. Über die Vermögensanlage können die Sparer selbst entscheiden und aus über 800 verschiedenen Fonds von mehr als 100 Asset Managern wählen. Wer keine Wahl trifft nimmt an einem weiteren staatlich verwalteten Fonds teil, der ein Life-Cycle-Konzept verfolgt und derzeit eine hohe Aktienquote von fast 90 Prozent aufweist. Mit steigendem Alter sinkt der Aktienanteil des einzelnen Versicherten jedoch bis auf 30 ab. Doch auch bei der Eigenwahl dominiert die Aktienanlage: Mehr als 60 Prozent der von den Versicherten selbst vergebenen Gelder wandern in Aktienfonds, weniger als 5 Prozent in reine Rentenfonds.
Insgesamt ist das System komplex aber transparent und wirkt durch die teilweise Kapitaldeckung – insgesamt ist rund ein Siebtel aller Rentenverpflichtungen mit Kapital unterlegt – stabil. Die Vermögensanlage ist offensiv aber konsequent. Nachhaltigkeitsgedanken werden betont.
