„Kapitalanlage ist extrem wichtig, aber auch ein Geschäft, das sich für Außenstehende meistens im Verborgenen abspielt“, betont Gregor Asshoff, einer von zwei Vorstandsmitgliedern von SOKA-BAU, den Sozialkassen der Bauwirtschaft. „Gleichzeitig unterliegen wir engen Regeln und Gesetzen, so dass unser Geschäft unter komplexen Rahmenbedingungen stattfindet und oft kompliziert zu kommunizieren ist.

„Kapitalanlage ist extrem wichtig, aber auch ein Geschäft, das sich für Außenstehende meistens im Verborgenen abspielt“, betont Gregor Asshoff, einer von zwei Vorstandsmitgliedern von SOKA-BAU, den Sozialkassen der Bauwirtschaft. „Gleichzeitig unterliegen wir engen Regeln und Gesetzen, so dass unser Geschäft unter komplexen Rahmenbedingungen stattfindet und oft kompliziert zu kommunizieren ist.

Deshalb helfen Auszeichnungen wie der institutional assets Award, um die Ergebnisse der Kapitalanlage gegenüber Unternehmen und Beschäftigten in der Bauwirtschaft sichtbar zu machen. „Mit solchen Preisen können wir nach außen zeigen, dass die Unternehmen der Bauwirtschaft einen Vorsorgedienstleister haben, der die Gelder der Betriebe und der Beschäftigten sicher und erfolgreich bewirtschaftet“, so Gregor Asshoff.

Heute wird die Kapitalanlage von SOKA-BAU intern und extern wesentlich mehr wahrgenommen als noch vor einigen Jahren. „Wir sind traditionell stark in Immobilien allokiert“, sagt Gregor Asshoff. „Unser Engagement etwa bei öffentlichen Immobilien sehen unsere Mitarbeiter und die Menschen in Wiesbaden, unserem Sitz, schon seit längerem, doch inzwischen genießt das Team für die Kapitalanlage in unserem Haus für seine gesamte Arbeit mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung als früher.“

Bei den institutional assets Awards 2020 und 2021 gewinnt SOKA-BAU gleich drei erste Preise. In den Kategorien Real Estate, Risikomanagement und Asset Liability Management gehen die Trophäen nach Wiesbaden. Doch SOKA-BAU will keinen Preis allein um des Preises willen. „Wir nehmen nur an solchen Wettbewerben teil, von deren Unabhängigkeit und Kompetenz in der Bewertung wir überzeugt sind“, unterstreicht Gregor Asshoff. „Nur dann können wir nach innen und außen mit Überzeugung sagen, dass wir mit unserer Arbeit mindestens im Spitzenfeld der Pensionseinrichtungen liegen.“

SOKA-BAU: Erste Teilnahme am institutional assets Real Estate Award

SOKA-BAU hält seit der Gründung in den 1950er Jahren einen hohen Anteil an Bauimmobilien im Portfolio. Bis 2010 handelte es sich ausschließlich um Objekte in Deutschland, vor allem um Wohnimmobilien. Diese Strategie hat die Versorgungseinrichtung in den vergangenen zehn Jahren nach einer entsprechenden Öffnung der Anlagevorschrift vollkommen verändert. „Wir sind heute in allen Immobilien-Asset-Klassen weltweit und segmentübergreifend investiert“, sagt Gregor Asshoff. „Diese Diversifizierung ist uns nur dank einer stringenten Anlagestrategie gelungen.“ Als zweiten Erfolgsfaktor nennt er den Grundsatz, Kapitalanlage möglichst prognosefrei zu betreiben. Die Erfolge der strategischen Neuausrichtung motivierten SOKA-BAU dazu, sich im vergangenen Jahr erstmals auch um den institutional assets Award in der Kategorie Real Estate zu bewerben.

Die Sozialkassen für die Bauwirtschaft verfügen heute über knapp 10,6 Milliarden Euro Assets under Management in der Pensionskasse und 2,4 Milliarden Euro Assets under Management in der Urlaubskasse. Fast ein Viertel des Kapitals in der Zusatzversorgungskasse ist in Immobilien investiert. Bei der Gesamtallokation machen globale Immobilienanlagen 5,5 Prozent aus. „Diesen Weg der globalen Allokation in Real Estate, vor allem in Equity Commitments, wollen wir weiterhin gehen“, sagt Maria Leitzbach, Abteilungsleiterin Portfoliomanagement bei SOKA-BAU. „Wir planen strategisch in Richtung 10 Prozent globaler Allokation mit einem Schwerpunkt im asiatisch-pazifischen Raum sowie in Nordamerika.“ Weiterhin hält die Versorgungseinrichtung etwa 55 Prozent Renten und rund 15 Prozent Aktien im Portfolio. Hinzu kommen kleinere Anteile an Private Equity und Infrastruktur, die perspektivisch auf jeweils 5 Prozent aufgestockt werden sollen.

Professor Daniel Piazolo, Mitglied im institutional assets Beirat und Sprecher des Real Estate-Komitees, hebt in seiner Laudation die Besonderheiten von SOKA-BAU bei der Zusatzversorgung für das Baugewerbe hervor. „Wir waren von der perfekten Kombination von viel Kompetenz bei der direkten Anlage und der indirekten Anlage sehr beeindruckt“, sagt der Immobilienexperte. „Dass SOKA-BAU in diesem Jahr auch den Immobilien-Award gewonnen hat, ist eine tolle Bestätigung des Teams“, ergänzt Ingo Matthey von M&G Investments, dem Host des Immobilien-Awards. „Das ist eine schöne Bestätigung des Kapitalanlageteams, das sich bereits mehrfach in den vergangenen Jahren erfolgreich um Awards beworben hat.“ Auf der Investment- und auf der Risikoseite habe SOKA-BAU sehr vieles richtig gemacht zum Wohle der Beschäftigten in der Baubranche.

Sorgfältiger Due-Diligence-Prozess

Das Pandemiejahr 2020 hat SOKA-BAU in der Kapitalanlage nur geringfügig tangiert. „Wir sind kaum im Bereich Retail allokiert und somit dort auch nicht von Ausfällen betroffen“, erläutert Maria Leitzbach. „In anderen Immobiliensegmenten haben wir nach kurzzeitig rückläufigen Commitmentabrufen bei Fonds in Q2 des vergangenen Jahres rasche Erholungen in der zweiten Jahreshälfte gesehen.“

Einen Garanten für den Erfolg der Kapitalanlage auch in Krisenzeiten sieht Gregor Asshoff im sorgfältigen Due-Diligence-Prozess. „Wir prüfen jeden internationalen Immobilienfonds und auch die Manager vor Ort sehr genau, ehe wir investieren“, so Asshoff. Dafür braucht SOKA-BAU nicht nur einzelne Spezialisten, sondern arbeitet auch im Due-Diligence-Prozess im Team zusammen. „Uns ist wichtig, dass Investments auf der Grundlage gesamthafter Entscheidungen des Teams erfolgen“, betont Maria Leitzbach. Dabei helfen flache Hierarchien und kurze Wege zwischen den Beteiligten.

Gerade diese Stringenz in den Prozessen und der Teamarbeit überzeugte die Jury von SOKA-BAU. „Natürlich hatten wir ganz unterschiedliche Bewerber in der Kategorie Real Estate“, sagt Professor Daniel Piazolo. „Doch unabhängig von der Größe der Einrichtung stand für uns als Juroren das überzeugende Gesamtpaket im Vordergrund.“ Für SOKA-BAU sprechen zudem die Spezialisierung der Teams auf die direkte und die indirekte Anlage in Immobilien. „Das hat am Ende dazu geführt, dass SOKA-BAU bei der Beantwortung unserer Fragen im Benchmark am besten abgeschnitten hat, nicht nur mit Blick auf die Gegenwart, sondern auch auf die mittelfristige Zukunft.“ Dabei unterstreicht der Hochschullehrer, dass das Niveau der Bewerbungen gerade für den Real-Estate Award von Jahr zu Jahr besser wird.

ALM nach eigenem Bedarf entwickelt

Asset Liability Management (ALM) und Risikomanagement, die für SOKA-BAU eine Klammer zur Absicherung der Kapitalanlage bilden, erhielten die beiden weiteren Awards. „Das ALM stellt für uns die ganzheitliche Betrachtung der Aktiv- und der Passivseite dar“, erklärt Kamil Sander, Abteilungsleiter Risikomanagement bei der Versorgungseinrichtung. „Wichtig ist dabei die Interaktion zwischen beiden Seiten.“ Zudem spielt das ALM auch in der Strategischen Asset Allocation eine wichtige Rolle und arbeitet hier eng mit dem Asset Management zusammen.

SOKA-BAU hat das ALM selbst entwickelt in Form eines Java-Codes, den Sander und seine Kollegen seit Jahren ausbauen. Das ermöglicht es dem Team Risikomanagement, Änderungen im ALM schnell selbst umzusetzen – sei es aus internen Gründen wie strategischen Veränderungen, sei es wegen externer Einflüsse wie der Regulatorik. Insgesamt ist das Team, das sich mit ALM beschäftigt, in eine größere Einheit aus Aktuariat, Rechnungswesen und Risikomanagement integriert. „Das unterstützt den Austausch und erleichtert es uns, neben der Kapitalanlage auch die Verpflichtungen genau im Blick zu behalten“, sagt Kamil Sander. „Alle diese Bereiche spielen ins ALM mit hinein.“

Die Eigenentwicklung des ALM war auch deshalb für SOKA-BAU die bessere Lösung, weil die Altersvorsorgeprodukte auf der Passivseite mal umlagefinanziert, mal kapitalgedeckt sind. „Es wäre für einen externen Anbieter schwierig gewesen, ein ALM für unseren heterogenen Bedarf maßzuschneidern“, sagt Sander. Zugleich passt das eigene ALM besser zur Diversifizierung und Internationalisierung des Anlageportfolios. „Wenn eine neue Asset Klasse hinzukommt, können wir sie rasch abbilden und in unser ALM integrieren.“ Gerade die Bewertung illiquider Anlagen sei aufwendiger, hierfür habe die Versorgungseinrichtung aber inzwischen einen standardisierten Prüfungsansatz mit einem interdisziplinären Team aus Justiziariat, Risikomanagement und Asset Management aufgesetzt.

Großes Engagement klar sichtbar

Tobias Bockholt von Willis Towers Watson gehört dem institutional assets Beirat im ALM-Komitee an. „Wir bewerten den Prozess an sich, aber auch seine Verankerung innerhalb des Unternehmens“, erklärt der Investmentspezialist. „Bei SOKA-BAU sehen wir das große Engagement beim ALM, sowohl bei der Entwicklung eines eigenen Tools als auch beim bedarfsgerechten Zuschnitt als auch in der Einrichtung einer Hauptabteilung für diesen Prozess.“ Mit den Merkmalen ragte SOKA-BAU heraus.

Karsten Schäfer aus dem Team Risikomanagement hebt hervor, dass im ALM-Prozess auch rechtliche Risiken und die sich permanent weiterentwickelnde Regulatorik Berücksichtigung finden. „Wir müssen immer wieder prüfen, welche rechtlichen Konsequenzen eine bestimmte Kapitalanlage haben kann“, sagt er. „Manche Investmentprodukte sind sehr komplex strukturiert, und die müssen wir durchschauen und verstehen können.“ „Jedes Investment muss auch einer aufsichtsrechtlichen und wirtschaftlichen Prüfung standhalten“, ergänzt Kamil Sander. „Hier wollen und dürfen wir keine böse Überraschung erleben, denn dafür stehen wir gegenüber unseren Trägern, den Arbeitgeberverbänden der Bauwirtschaft und der IG BAU, in der Verantwortung.“

Das Thema ESG nimmt für SOKA-BAU längst eine zentrale Rolle ein. „Hier haben wir gemeinsam mit den Kollegen aus dem Asset Management Verfahren entwickelt, um alle Asset-Klassen, gerade die komplexen illiquiden Anlagen, auf ESG-Konformität hin zu prüfen“, sagt Silvia Born. Während SOKA-BAU für die Bewertung von Immobilien zum Zeitpunkt des Erwerbs schon viel Erfahrung mitbringt, ist die Bewertung während der Folgezeit komplexer. Hier nutzt das Team inzwischen MSCI-ESG-Ratings. Weitere Instrumente für die Überwachung von ESG-Konformität sind unter anderem Ausschlusslisten. „Dabei haben wir nur sehr wenige ganz harte Ausschlusskriterien wie zum Beispiel für Waffenhersteller, denn wir wollen den Transformationsprozess der Unternehmen aktiv begleiten“, unterstreicht Silvia Born. „Das zeigt, dass das Monitoren unseres Portfolios ein offener Prozess ist, den wir permanent weiterentwickeln.“

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