Boris Collardi tritt überraschend von seinem Amt als geschäftsführender Teilhaber bei Pictet zurück. Gründe dafür nannte die Genfer Privatbank nicht.

Mit der Veröffentlichung der Halbjahreszahl gibt Pictet bekannt, dass der geschäftsführende Teilhaber Boris Collardi zurücktritt. „Nach sorgfältiger Überlegung und in Absprache mit dem Teilhabergremium hat Boris Collardi entschieden, von seiner Funktion als Teilhaber zurückzutreten und Pictet per 1. September 2021 zu verlassen“, teilte das Unternehmen in einer Stellungname mit.

Der Rücktritt von Collardi kommt überraschend. Gründe für den Rücktritt Collardis nannte Pictet nicht. Er war erst vor drei Jahren zu dem Partnergremium gestoßen.

„Wir sind dankbar für den bedeutenden Beitrag, den Boris Collardi in seinen Jahren bei Pictet zum Erfolg der Gruppe beigetragen hat. Er wird uns fehlen, und wir wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft. Wir setzen weiter auf Beständigkeit und werden unsere Strategie im langfristigen Interesse unserer Kundinnen und Kunden und der Gruppe weiterverfolgen“, kommentiert Renaud de Planta, geschäftsführender Senior-Teilhaber, den Abgang.

Boris Collardi kam bei Julius Bär mit Rüge davon

Bevor Collardi zu Pictet kam, war er Chef bei der Schweizer Bank Julius Bär. Im Januar diesen Jahres hatte die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma Ermittlungen wegen Geldwäsche und Korruption gegen einzelne Julius-Bär-Mitarbeiter eingeleitet. Zuvor hatten bereits US-Justizbehörden ermittelt. Collardi kam mit einer Rüge der Schweizer Finanzaufsicht davon.

Schnelle Wechsel wie der Collardis sind bei Pictet nicht üblich. Auch Collardis Einstellung war schon außergewöhnlich. Bei Pictet ist es selten, dass neue Partner von außen geholt werden. In 40 Jahren war dies nur bei drei Partnern der Fall.

Zumindest die Halbjahreszahlen sind gut

Neben dem ungewöhnlichen Abgang hatte Pictet aber auch noch erfreuliche Nachrichten zu verkünden. Der Betriebsertrag beläuft sich im ersten Halbjahr auf 1,542 Milliarden Schweizer Franken. Das entspricht einem Plus von 16 Prozent gegenüber 2020. Der Gesamtaufwand vor Steuern wächst um 7 Prozent auf 1,007 Milliarden Schweizer Franken und der Konzerngewinn springt um 142 Prozent auf 636 Millionen Schweizer Franken.

Im Nettoergebnis ist ein außerordentlicher Gewinn aus dem Verkauf des Hauptgebäudes in Genf enthalten. Der Geschäftserfolg, welcher diesen außerordentlichen Gewinn nicht berücksichtigt, belief sich auf 464 Millionen Schweizer Franken. Das verwaltete und verwahrte Vermögen der Privatbank ist ebenfalls stark gestiegen, auf 690 Milliarden Schweizer Franken. Im Vorjahr waren es 609 Milliarden Franken.

Ab September bekommt Pictet zwei neue Teilhaber. Elif Aktuğ und François Pictet werden Teil des Gremiums.

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