Enorme Unterschiede bei der Performance von Schweizer Pensionskassen

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Im Jahr 2019 verzeichneten die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen ein sehr gutes Anlagejahr, geht aus der Pensionskassenstudie hervor. Die durchschnittliche Rendite lag bei 10,85 Prozent. Allerdings gibt es enorme Unterschiede in der Performance. So liegt die Spannbreite der Renditen zwischen 3,0 und 19,3 Prozent. Gründe hierfür sieht Swisscanto in den unterschiedlichen Anlagestrategien der Vorsorgeeinrichtungen.

Top-Performer mit hohem Aktienanteil

Die stärksten zehn Prozent der Pensionskassen haben in den letzten fünf Jahren eine jährliche Rendite von 5,4 Prozent erzielt. Zum Vergleich: Im Durchschnitt erzielten alle Kassen 4 Prozent. Betrachtet man die Anlagestrategie der Top-Performer, fallen der hohe Aktienanteil und die tiefe Obligationenquote auf.

Durch das gute Anlagejahr wurden die Altersguthaben der aktiven Versicherten im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 2,64 Prozent verzinst. Das ist über ein Prozentpunkt mehr als im Jahr 2018. Die Kassen privater Arbeitgeber gewährten eine durchschnittliche Verzinsung von 2,88 Prozent, und die der öffentlichen Arbeitgeber nur 1,86 Prozent. Dazwischen liegen die Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen privater Arbeitgeber mit 2,22 Prozent.

Trend zu Nachhaltigkeit

Auch die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen legen vermehrt in nachhaltige Anlagen an. Der Anteil der nach sogenannten ESG-Kriterien investierten Anlagen hat sich in den letzten fünf Jahren sehr stark erhöht und liegt nun vermögensgewichtet bei 30 Prozent.

Der durchschnittliche Umwandlungssatz sinkt indes weiter, und zwar von 6,74 Prozent im Jahr 2010 auf nun 5,63 Prozent. Der Druck zur Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes nimmt laut Swisscanto zu.

Corona-Krise gut absorbiert

Der exogene Schock durch die Corona-Krise haben die Pensionskassen gut absorbiert, so Swisscanto. Mit einem Deckungsgrad von rund 114 Prozent Ende 2019 hatte eine Mehrheit der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen die Zielvorgaben erreicht. Die Marktverwerfungen Ende März 2020 haben zwar zu einem kurzfristigen Rückgang der Deckungsgrade um rund 10 Prozentpunkte geführt. Diese hätten sich jedoch rasch wieder erholt. Sie notierten Mitte 2020 bei 110 Prozent und damit über dem Stand von Ende 2018.

An der „Schweizer Pensionskassenstudie 2020“ nahmen 520 Vorsorgeeinrichtungen teil. Das erfasste Vermögen der Teilnehmer beläuft sich auf 772 Milliarden Franken. Insgesamt sind damit 3,8 Millionen Versicherte repräsentiert, davon 2,9 Millionen aktiv Versicherte und 0,9 Millionen Personen mit Rentenbezügen. Gemessen an der Bilanzsumme verwalten die Umfrageteilnehmer rund 80 Prozent der in der Schweiz aufgeführten Vorsorgevermögen.

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