Der Machtwechsel im Weißen Haus sowie im Senat spricht für Anleihen aus Schwellenländern, so die Einschätzung von Markus Weis von Vanguard zu den Auswirkungen der US-Wahl.

Mit der Wahl zweier demokratischer Senatoren im US-Bundesstaat Georgia konnten sich die Demokraten auch in dieser Kammer die Mehrheit sichern. Mit dem nun überwiegend demokratisch besetzten Kongress wird der gewählte US-Präsident Joe Biden einfacher “durchregieren” können. Dieser Ausgang der US-Wahlen spricht für Anleihen aus Schwellenländern, so Markus Weis, stellvertretender Leiter für das Geschäft in Deutschland und Österreich bei Vanguard.

Denn Biden wird eine wesentlich moderatere Politik verfolgen als sein Vorgänger. Dies dürfte für eine Entspannung in den bestehenden Handelskonflikten – allen voran zwischen den USA und China – führen. Neue Strafzölle wird es nicht im gleichen Maße geben wie unter dem noch amtierenden republikanischen Präsidenten. “Der Ausgang der US-Wahl bringt daher Sicherheit für Unternehmen aus den Emerging Markets”, sagt Weis.

Das von Joe Biden avisierte Corona-Hilfspaket wird zudem den Binnenkonsum ankurbeln, der in der Krise stark gelitten hatte. “Diese fiskalpolitischen Maßnahmen bieten Unterstützung für die US-Wirtschaft, aber auch für die Schwellenländer, und zwar vor allem China und Mexiko”, so Weis mit Blick auf die Exporte dieser Länder Richtung USA. Mexiko und China gehören neben Kanada zu den wichtigsten Handelspartnern der US-Amerikaner.

Schwellenländer: Gewinner des schwachen US-Dollars

Die Analysten von Vanguard rechnen mit weiterhin niedrigen Zinsen und Inflationsraten. Frühestens 2025 könnten die USA das Inflationsziel von 2 Prozent erreichen, so Weis. Diese Konstellation wird anhaltend Druck auf den US-Dollar ausüben. Schwellenländer profitieren von der Schwäche des US-Dollars. Dies gilt insbesondere für rohstoffreiche Länder, die häufig zu den Emerging Markets zählen.

Allerdings unterscheiden sich Schwellenländer untereinander deutlich. So werden Länder mit einer geringen Verschuldungsquote voraussichtlich recht gut durch die Krise kommen, prognostiziert Weis. Anleihen dieser Länder sind daher auch als Investment attraktiv. Anders sieht es aus bei Ländern mit hoher Verschuldung wie beispielsweise Sri Lanka, Kongo, Argentinien oder auch Mozambique. In dem Segment seien noch einige Defaults zu erwarten.

Institutionellen Anlegern im Euroraum rät Weis zu Hartwährungs-Vehikeln mit einem Hedging des Euro-Dollar-Wechselkurses. “Staatsanleihen in US-Dollar bieten ein attraktives Renditeprofil mit konstantem Mehrertrag und konstant attraktiver Sharpe Ratio”, so Weis.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema auch im Roundtable Emerging Markets. 

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