Die Marktvolatilitäten in Folge der Corona-Pandemie bescheren dem Norwegischen Staatsfonds im ersten Halbjahr 2020 ein Minus von 3,4 Prozent.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 schrumpfte das Vermögen von Norwegens staatlichem Pensionsfonds um 3,4 Prozent. Das ist ein Minus von 188 Milliarden Norwegischen Kronen (knapp 18 Milliarden Euro). Besonders heftig waren die Verluste in der Aktienanlage. So beschwerten die starken Ausschläge an den Kapitalmärkten in Folge der Pandemie dem Fonds einen Renditerückgang von 6,8 Prozent im Aktienportfolio.

Die Immobilienanlagen des Government Pension Fund Global verloren 1,6 Prozent. Dabei hatte diese Asset-Klasse dem institutionellem Investor – inzwischen einer der größten Immobilien-Anleger weltweit – bisher satte Gewinne in die Kasse gespült. Im Schnitt lag die jährliche Rendite bei 7,7 Prozent, konstatierte der Fonds im Juni. Die festverzinslichen Anlagen erzielten zwischen Januar und Juni eine Rendite von 5,1 Prozent. Die Gesamtrendite des Norwegischen Staatsfonds lag 11 Basispunkte unter der Rendite des Vergleichsindex, heißt es in dem Halbjahresbericht des Norwegischen Staatsfonds weiter.

“In diesem Zeitraum gab es auf dem Aktienmarkt große Schwankungen. Das Jahr begann mit Optimismus, aber die Aussichten des Aktienmarktes änderten sich schnell, als sich das Coronavirus weltweit auszubreiten begann. Der starke Rückgang des Aktienmarktes im ersten Quartal wurde jedoch durch eine massive geld- und finanzpolitische Reaktion begrenzt”, so der stellvertretende CEO der Norges Bank Investment Management Trond Grande.

Wirtschaftliche Maßnahmen auf der ganzen Welt und die allmähliche Wiedereröffnung nach den Lockdowns trugen zwar dazu bei, dass der Optimismus der Anleger zurückkehrte. Aber auch wenn sich die Kapitalmärkte im zweiten Quartal wieder erholt haben, besteht dennoch große Unsicherheit, so Grande.

Regierung zieht Gelder aus Norwegischem Staatsfonds ab

Zudem wertete die norwegische Krone gegenüber den wichtigsten Währungen ab. Aufgrund dieser Währungsschwankungen wuchs der Wert des Fonds um 672 Milliarden Krone an. Allerdings: Wegen der steigenden Staatsausgaben infolge der Corona-Krise hat die norwegische Regierung im Berichtszeitraum auch einige Mittel aus dem Staatsfonds abgezogen. Früheren Angaben sollte der Rekordbetrag von 382 Milliarden Kronen abgezogen werden. Im aktuellen Bericht beziffert die Norges Bank die Höhe der bisherigen Abzüge mit 167 Milliarden Kronen.

Insgesamt hatte der Fonds hatte per  30. Juni 2020 einen Wert von 10.400 Milliarden Kronen (989 Milliarden Euro). Davon sind 69,6 Prozent in Aktien, rund 2,8 Prozent in nicht börsennotierte Immobilien und 27,6 Prozent in festverzinsliche Wertpapiere investiert.

 

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