Bei der Vorstellung ihres Jahresberichts kündigte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) an, bei der nachhaltigen Kapitalanlage künftig neben Immobilien vermehrt auf Erneuerbare zu setzen.

Bei den nachhaltigen Investments setzt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) künftig vermehrt auf die Erzeugung erneuerbarer Energien. Neben Immobilien wird dies künftig die zweite wichtige Säule bilden. Laut dem Chef der Vermögensanlage des DBU, Michael Dittrich, wurde das nachhaltige Engagement im vergangenen Jahr bereits deutlich ausgebaut. „Die Investitionen in Anleihen zur Finanzierung von nachhaltigen Projekten, sogenannten Green Bonds, wurden innerhalb eines Jahres von 80 auf 100 Millionen Euro erhöht“, sagte Dittrich anlässlich der digitalen Jahrespressekonferenz.

In Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien sind seien inzwischen 80 Millionen Euro investiert. Das sind 20 Millionen Euro mehr als 2019. Weitere Finanzierungszusagen seien bereits erfolgt. Angesichts der Diversifizierung in Windkraft und Solaranlagen verteilt über verschiedene Länder erzielt die DBU inzwischen ähnlich stabile Erträge wie mit Immobilien, betonte Dittrich. „Wir werden die Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Energien bei den Sachwertanlagen daher zu einer zweiten Säule neben den Immobilien ausbauen.“ Das Thema Nachhaltigkeit ist Dittrichs Angaben zufolge bereits seit 2005 in den Kapitalanlagerichtlinien fest verankert (lesen Sie hier mehr zur nachhaltigen Kapitalanlage der DBU im dpn-Interview mit Michael Dittrich).

DBU: Erhalt des realen Stiftungskapitals

Die Fördersumme von 58,3 Millionen Euro konnte die Stiftung im Jahr 2020 zum fünften Mal in Folge ausbauen, und zwar um 1,9 Millionen Euro im Vergleich zu 2019 (56,4 Millionen Euro). Wichtig sei für die DBU, neben der Förderung eine Rücklage in Höhe der Inflationsrate zu bilden. So solle das reale Stiftungskapital erhalten bleiben.

„Die sehr niedrige Inflationsrate von 0,5 Prozent ist uns im Jahr 2020 entgegengekommen, so dass eine Rücklagenbildung von zwölf Millionen Euro zum realen Kapitalerhalt ausreichend war“, sagte Dittrich. Obwohl die Erträge geringer waren als im Vorjahr, konnten Fördermittel, Verwaltungskosten und die Rücklagenbildung aus den Erträgen somit finanziert werden. Das angestrebte Fördermittelvolumen von 55 bis 60 Millionen Euro könne in den kommenden Jahren somit beibehalten werden. „Unsere Reserven an Fördermitteln für ertragsschwache Jahre von mehr als 90 Millionen Euro stehen weiter zur Verfügung und sichern stabile Fördermittel in den nächsten Jahren ab“, betonte der Finanzchef.

Der massive Kurssturz im Frühjahr 2020 und die sehr schnelle Erholung seien ein Stresstest für Vermögensverwaltungen gewesen. Per Saldo hätten sich die Aktienmärkte insbesondere in Europa im Krisenjahr nur wenig bewegt. Der Rentenmarkt bleibt indes durch den Niedrigzins geprägt. So war das Umfeld für Kapitalanleger 2020 schwierig, resümiert Dittrich.

Kapitalanlageertrag rückläufig im Krisenjahr

Die DBU habe dennoch einen Ertrag aus der Vermögensanlage in Höhe von 73,6 Millionen Euro (Vorjahr: 99,6 Millionen Euro) erzielt. Das Stiftungskapital stieg von 2,32 auf 2,33 Milliarden Euro. Es wurden 282 Projekte unterstützt, nach 213 in 2019.

Sorge bereitet die anziehende Inflation, da Stiftungen dann eine entsprechend höhere Rücklage bilden müssten, um ihr Kapital real erhalten zu können. „Zwar gehen die meisten Prognosen davon aus, dass die Inflationsrate nächstes Jahr wieder zurückgeht“, räumt Dittrich ein. Allerdings deuten einige Indikatoren wie die demografische Entwicklung und die hohe Verschuldung der Staaten auf ein längerfristig höheres Inflationsniveau hin. „Zwei bis drei Prozent Inflation bei null Prozent Zinsen entwertet auf Dauer die Kapitalvermögen und trifft Stiftungen, Lebensversicherungen, Pensionskassen und auch die privaten Sparvermögen“, so der DBU-Finanzchef.

Die Stiftung legt laut Dittrich mehr als 80 Prozent ihres Kapitals selbst an den Kapitalmärkten an. Neben verzinslichen Wertpapieren beträgt der Aktienanteil bei den aktuellen Kursen etwa 30 Prozent. Rund sieben Prozent sind Dittrich zufolge in Immobilien und erneuerbare Energien investiert.

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