Preisaufschläge um die 30 Prozent erlebten Farbedelsteine im Hochpunkt der Covid-19-Krise, erläutert Dr. Thomas Schröck, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von The Natural Gem.

Rubine, Saphire und Smaragde sind in der Corona-Krise heiß begehrt. Die Preise am Markt für Farbedelsteine legten im Peak um ein Drittel zu, sagt Dr. Schröck. Die Steine profitieren – ähnlich wie Gold, Platin oder Palladium – von ihrem Status als sicherer Hafen im Umfeld von Marktverwerfungen und wachsenden Geldmengen. Käufer suchen eine Möglichkeit zur Diversifikation ihres Sachwerte-Portfolios. Außerdem treibt viele vermögende Kunden die Sorge vor einer Reichensteuer um, berichtet der Experte. Er empfiehlt eine Portfolio-Beimischung von rund 10 Prozent des liquiden Vermögens.

Seit dem Peak im Sommer habe sich die Lage aber wieder etwas entspannt. Aktuell liegt das Preisplus seit Jahresbeginn bei 19 Prozent. Im Schnitt haben wurden am Markt für Farbedelsteine in den vergangenen 10 bis 15 Jahren Renditen zwischen 4 und 8 Prozent im Jahr erzielt, bei minimaler Volatilität. Eine Umkehr des Trends erwartet der Experte nicht.

Knappe Verfügbarkeit und eine generell anziehende Nachfrage stützen die Asset-Klasse zudem auch fundamental, ist der Gemmologe und Ökonom überzeugt. Die wachsende reiche Bevölkerung der asiatischen Länder treibt den Bedarf. Neben China und Indien boomt der Markt auch in Indonesien. Rund 80 Prozent der Steine landen im Tresor. Doch gerade Asiaten tragen die Steine auch als Schmuck. “Edelsteine sind klein, leicht zu transportieren und bieten den höchsten Wert auf kleinstem Raum”, fasst der Wiener die Vorteile zusammen.

ESG nicht immer zu gewährleisten

Fundmengen gehen weltweit zurück. Fördergebiete liegen vor allem der Himalaya, der ostafrikanische Grabenbruch mit Madagaskar und Sri Lanka sowie die Anden, wo vor allem Smaragde gefördert werden. Nicht alle diese Regionen und Länder gelten jedoch als stabil – ein wachsendes Problem im Hinblick auf ESG-Konformität.

Sri Lanka hat in Sachen Nachhaltigkeit in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht, so dass es vergleichsweise einfach ist, für Steine aus dem Land die Einhaltung von ESG-Kriterien nachzuweisen. So wurde beispielsweise Kinderarbeit verboten. Auch Sambia und Mozambique haben sich in die richtige Richtung entwickelt. Allerdings: Seit der Norden von Mozambique von Islamisten heimgesucht wird, fällt das Land als Lieferant unter ESG-Gesichtspunkten aus. Ähnlich ist es in um Burma / Myanmar bestellt: Ankäufe aus dem Land seien wegen der Verfolgung der muslimischen Minderheit nicht zu vertreten.

Käufer der Farbedelsteine sind vor allem vermögende Privatkunden und Family Offices. Zuletzt habe aber auch ein institutioneller Investor eine Fondslösung angefragt. In diesem Zusammenhang sei die Einhaltung der ESG-Kriterien ein Muss, betont Schröck.

 

 

 

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