Zudem meldet die Gruppe einen Gewinnrückgang bei gleichzeitig stark steigenden Nettozuflüssen und einen Rekordwert des verwalteten Vermögens.

Die Pictet–Gruppe mit Sitz in Genf will den Bilanzanteil von Produzenten der fossilen Brennstoffe Öl, Erdgas und Kohle auf null senken. Konkret gehe es um Unternehmen, die mehr als 25 Prozent ihrer Einnahmen aus den jeweiligen kohlenstoffintensiven Tätigkeiten erwirtschaften.

Die betroffenen Vermögenswerte beliefen sich per 31. Dezember 2019 auf 250 Millionen Schweizer Franken (234 Millionen Euro). Sie sollen bis zum 31. Dezember 2020 vollständig abgebaut werden, heißt es aus der Schweiz.

Zum Bilanzanteil zählen Positionen der Tresorerie, zur Absicherung von Derivaten und strukturierten Produkten sowie direkte und indirekte Startkapitalinvestments (Seed Investments).

Bei 80 Prozent aller Vermögenswerte, die von Pictet diskretionär verwaltet werden, ist eine Integration von ESG-Kriterien angestrebt, teilte die Gruppe mit. Im Jahr 2025 sollen es 100 Prozent sein. Bei Vermögenswerten, bei denen die Gruppe Beratung oder Verwahrung übernimmt, solle das Kundenbewusstsein für ESG verstärkt werden, indem diese Faktoren in die Berichterstattung einbezogen werden.

Zunehmend ziehen sich Investoren aus den fossilen Brennstoffen zurück. Mitte Januar 2020 kündigte der CEO von Black Rock Larry Fink in einem Kundenbrief an, dass sein Unternehmen Wertpapiere von Kohleproduzenten abstoßen werde. Auch von Seiten der Politik und in der Versicherungswirtschaft mehrt sich der Widerstand gegen Deutschlands einst wichtigsten Energieträger.

Verwaltetes Vermögen über 500 Millliarden CHF

Die verwalteten oder verwahrten Vermögen konnte Pictet den weiteren Angaben zufolge per 31. Dezember 2019 um 16 Prozent auf 576 Milliarden Schweizer Franken (538 Milliarden Euro) steigern, geht aus den vorläufigen Zahlen für das Jahr 2019 hervor. Am Vorjahresstichtag lag dieser Betrag bei 496 Milliarden CHF. Die Netto-Neugelder bei Asset Management, Wealth Management und Asset Services beliefen sich auf im vergangenen Jahr den Angaben zufolge auf 25 Milliarden CHF.

Der Betriebsertrag ging indes um 2,4 Prozent auf 2,629 Milliarden CHF zurück. Dies sei weitgehend auf fortlaufende Investitionen in Personal und Infrastruktur zurückzuführen. So sei die Zahl der Angestellten der Pictet-Gruppe 2019 netto um 374 Mitarbeitende gestiegen.

Die Kernkapital-Quote (Tier 1) betrug per 31. Dezember 2019 unverändert 20,5 Prozent – auf Basis von 2,59 Milliarden CHF Kernkapital – und die Mindestliquiditäts-Quote (Liquidity Coverage Ratio) 156 Prozent.

Bei den Zahlen handelt es sich um vorläufige Angaben. Ende April 2020 veröffentlicht Pictet seinen Jahresbericht.

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