BlackRock-CEO Larry Fink ruft Unternehmen angesichts des Klimawandels in einem Kundenbrief zum Handeln auf und kündigt weitere Maßnahmen an.

Das Klimarisiko sei ein Anlagerisiko und für die langfristigen Aussichten von Unternehmen ein  entscheidender Faktor. „Künftig werden wir Nachhaltigkeit zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Portfoliokonstruktion und unseres Risikomanagements machen“, schreibt Fink. So werde das Unternehmen sich von Anlagen trennen, die ein „erhebliches Nachhaltigkeitsrisiko“ darstellen, wie zum Beispiel Wertpapiere von Kohleproduzenten. Neue Anlageprodukte sollen künftig Investments in fossile Brennstoffe ausschließen.

Druck auf Vorstände und Aufsichtsräte

„Angesichts der wachsenden nachhaltigkeitsbezogenen Anlagerisiken sind wir zunehmend geneigt, Vorständen und Aufsichtsräten unsere Zustimmung zu verweigern, wenn ihre Unternehmen bei der Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen und den ihnen zugrunde liegenden Geschäftspraktiken und -plänen keine ausreichenden Fortschritte machen“, heißt es in dem Brief weiter. Konkret will der Vermögensverwalter folgende Aspekte in den Vordergrund stellen:

  • Nachhaltigkeit in Anlagelösungen: Geplant seien unter anderem eine Verdopplung der iShares ESG-ETFs auf 150 Produkte, Publikumsfonds mit Fokus auf der globalen Energiewende, ein Global Impact Equity Fund (im ersten Quartal 2020) und nachhaltige Modellportfolios.
  • Integration von Nachhaltigkeit in aktive Anlageprozesse: Bis Ende 2020 sollen alle aktiven Portfolios und Mandatsstrategien Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG-Faktoren) integrieren.
  • Berücksichtigung vom ESG-Risiko bei aktiven Strategien: Unter anderem will BlackRock eigenen Angaben zufolge börsennotierte Wertpapiere von Unternehmen, die mehr als 25 Prozent ihrer Umsätze aus der Kohleproduktion erwirtschaften, bis Mitte 2020 aus diskretionären aktiven Anlageportfolios eliminieren.
  • ESG-Analysen in der Risikoplattform Aladdin: BlackRock habe eigene Analyseinstrumente entwickelt, um sein Verständnis der wesentlichen ESG-Risiken zu verbessern, unter anderem Carbon-Beta-Modell Stresstests anhand verschiedener CO2-Preisszenarien. Die Erkenntnisse daraus werden in die Risikomanagement- und Investment-Plattform Aladdin eingespeist.
  • Mehr Transparenz zu Nachhaltigkeitsmerkmalen bei allen Produkten: Bis Ende 2020 will BlackRock für Publikumsfonds transparente, öffentlich zugängliche Daten zu Nachhaltigkeitsmerkmalen zur Verfügung stellen, darunter auch Informationen zu umstrittenen Titeln und zum CO2-Fußabdruck. Für iShares ETFs sei dies bereits heute der Fall.
  • Mehr Fokus auf Nachhaltigkeit bei Investment-Stewardship-Aktivitäten: In diesem Jahr werde BlackRock die Prioritäten mit spezifischen UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung in Einklang bringen. Man gehe zu einer vierteljährlichen Offenlegung des Abstimmungsverhaltens auf Aktionärsversammlungen über.

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