Liquide Anlagen: Was tat sich im institutionellen Portfolio in der Krise?

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Welche liquiden Anlagen wurden wegen der Corona-Krise in den vergangenen Monaten stark verkauft, welche wurden stark zugekauft?

Annika Milz: Die Versorgungswerke haben sich in der Krise sehr klug verhalten. Verkäufe – insbesondere prozyklisch bei Risiko-Assets – haben wir nicht beobachtet. Stattdessen wurden die gestiegenen Risikoprämien genutzt, um gezielt Positionen in Risiko-Assets zu erhöhen. Käufe gab es insbesondere bei Aktien, Emerging Market Debt und High-Yield-Anleihen (HY-Anleihen).

Annika Milz

Christoph Witzke: Wir haben im Vorfeld der Corona-Krise angesichts des fortgeschrittenen Konjunkturzyklus sowohl bei Aktien als auch Credits vorhandene Risikopositionen moderat abgebaut. Im Zuge des deutlichen Anstiegs der Risikoprämien haben wir vor allem bei Unternehmensanleihen guter Bonität antizyklische Käufe vorgenommen, die wir bis heute durchgehalten haben

Welche Neuausrichtungen der strategischen Asset Allocation infolge von Corona erwarten Sie mit Blick auf liquide Anlageklassen?

Annika Milz: Insbesondere die Bedeutung von Asien wird zunehmen. Die Anleger haben beobachtet, dass asiatische Länder relativ gestärkt aus der Krise herausgekommen sind. Gleichzeitig rechtfertigen die stark wachsenden Kapitalmärkte in Fernost – unter anderem wird das Anleihevolumen in den nächsten fünf Jahren um 10 Billionen US-Dollar steigen – eigenständige Asien-Allokationen bei Renten und Aktien.

Christoph Witzke: Der Fokus auf die Liquiditätsprofile von Anlageklassen bis hinunter zur Einzeltitel- beziehungsweise Emittentenebene wird an Bedeutung gewinnen. Mit dem erneut verschärften Null- bis Negativzinsumfeld kommen auch institutionelle Investoren nicht an einer strategisch höheren Aktienquote vorbei.

Christoph Witzke

Annika Milz ist Leiterin Institutionelle Kunden Deutschland bei Fidelity International. Christoph Witzke leitet das CIO-Office bei Deka Investment.

Lesen Sie mehr zu dem Thema in der dpn-Ausgabe Juni/Juli 2020.

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