Erstmals begab die EU im Oktober 2020 Bonds zur Milderung der Schäden durch die Covid-19-Pandemie. Die neuen EU-Anleihen stießen auf eine Rekordnachfrage. Was schätzen institutionelle Investoren an diesem neuen Vehikel?

Die ersten beiden Bonds zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wurden am 20. Oktober 2020 auf den Markt gebracht. Mit großem Erfolg: Insgesamt 233 Milliarden Euro wollten Investoren in diese Anleihen investieren. Am Markt platziert wurden Titel über 17 Milliarden Euro. Die Papiere waren somit mehr als 13-fach überzeichnet – ein Rekord für im Euroraum begebene Anleihen.

Die EU-Kommission habe mit dieser Emission den ersten Schritt getan, um an den internationalen Kapitalmärkten in der obersten Liga mitzuspielen, kommentierte EU-Haushaltskommissar Johannes Hahn. „Dass es sich um Sozialanleihen handelte, hat dazu beigetragen, das Interesse von Investoren zu wecken, die die Mitgliedstaaten in diesen schwierigen Zeiten bei der Sicherung von Arbeitsplätzen unterstützen möchten“, so Hahn.

EU-Anleihen zur Sicherung der Beschäftigung

Die Kommission hatte die Sozialanleihen m Rahmen des „Sure“-Instruments begeben. Mit den Mitteln sollen Arbeitsplätze gesichert werden. Die Mitgliedstaaten sollen mit den Darlehen unterstützt werden, Kosten zu decken, die durch nationale Kurzarbeitsregelungen und ähnliche Maßnahmen entstehen.

Brüssel emittierte zwei EU-Anleihen: Die eine mit einer Laufzeit von 10 Jahren über 10 Milliarden Euro und eine mit einer Laufzeit von 20 Jahren über 7 Milliarden Euro. Die Überzeichnung schlug sich in günstigen Konditionen nieder: Das Papier mit 10-jähriger Laufzeit wurde mit 3 Basispunkten und die 20-jährige Anleihe mit 14 Basispunkten über dem Mid-Swap-Satz notiert. Die endgültige Neuemissionsprämie werde auf 1 beziehungsweise 2 Basispunkte für die jeweiligen Tranchen geschätzt, so die Kommission.

EU-Anleihen mit gutem Rating

Laut Franklin Templeton belegt die erfolgreiche Platzierung am Markt das Interesse institutioneller Investoren an ESG-konformen Anlagen. Die Covid-19-Pandemie habe das Augenmerk auf dieses Thema noch einmal verstärkt. Zwar wurden schon zuvor regionale Anleihen in Europa begeben, doch diese neuen Sozialanleihen stellen die erste EU-weite Ausgabe dar. Pluspunkt: die Anleihen weisen eine hohe Qualität auf mit AAA-Rating durch verschiedene Rating-Agenturen. „Wir glauben, dass zahlreiche Investoren sowohl innerhalb als auch außerhalb Europas diese Anleihen kaufen werden, um einzelne Länderrisiken zu diversifizieren“, sagt David Zahn, Anleihenexperte bei dem Asset Manager. Die Papiere dürften angesichts des guten Ratings künftig als sicherer Hafen dienen.

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