Kalenderwoche 15: Einschätzungen von Wirtschaftsexperten zur aktuellen Entwicklung.

09.04. Erneut steigt die Zahl der Arbeitslosen-Neumeldungen in den USA rasant. In der vergangenen Woche stellten 6,60 Millionen US-Amerikaner einen entsprechenden Erstantrag, wie das Arbeitsministerium mitteilt. Auch in den Vorwochen war die Erstanträge bereits dramatisch nach oben geschnellt. Insgesamt haben den Zahlen zufolge in den vergangenen drei Wochen fast 17 Millionen US-Amerikaner den Job verloren.

 

09.04. MFS Investment Managers rechnet mit einer weiteren Zweiteilung der Märkte, mit klaren Gewinnern und ebenso klaren Verlierern. Gewinnen dürften Firmen mit robusten Geschäftsmodellen sein. Ihre Kurs-Gewinn-Verhältnisse könnten über den Marktdurchschnitt steigen, ihre Fremdkapitalzinsen unter den Durchschnitt fallen. Wertpapiere solcher Firmen dürften vielversprechend sein. Dem stehen die Verlierer gegenüber. Hier rechnet MFS wir mit fallenden Bewertungen und steigenden Kapitalkosten. Der Höhepunkt der Corona- Pandemie muss erst hinter uns liegen. Bis dahin ist die Einzelwertauswahl vermutlich wichtiger denn je, so MFS.

 

08.04. Nach Einschätzung der Danske Bank wird sich die globale Wirtschaftsaktivität im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder erholen. Zwar steht erstmal noch eine Phase mit schlechten Wirtschaftskennzahlen und eingeschränkten Prognosemöglichkeiten an. Denn auch die Unternehmen dürften vorerst nicht in der Lage sein, ihre Erwartungen für 2020 klar zu formulieren. Unter dem Strich sei an der Börse jetzt jedoch das Aufwärtspotenzial größer als das Abwärtsrisiko.

„Als Anleger sollte man nicht vergessen, dass die Aktienmärkte erfahrungsgemäß einige Zeit vor der Wirtschaft eine Kehrtwende vollziehen – nämlich dann, wenn die Anleger so langsam die ersten Silberstreifen am Horizont erkennen.”
Henrik Drusebjerg, Chefstratege der Danske Bank

 

08.04. Der Ölmarkt wird gleichzeitig von einem Nachfrage- und einem Angebotsschock getroffen, so die französische OFI Asset Management. Seit Beginn der COVID-19-Krise unterliegt fast die Hälfte der Weltbevölkerung strengen Ausgangssperren, so dass weder Autos noch Flugzeuge genutzt werden. Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), geht von einem Nachfrageeinbruch um 20 Millionen Barrel pro Tag aus – das entspricht einem Rückgang um 20 Prozent gegenüber der Vor-Corona-Nachfrage von 100 Millionen Barrel pro Tag. Gleichzeitig führten der Wirtschaftskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland zu einem Angebotsschock, der in den kommenden Wochen zu einem täglichen Nachschub von drei bis vier Millionen Barrel führen könnte.

„Vor ein paar Tagen notierte Rohöl aus Wisconsin/USA zu einem negativen Preis. Das bedeutet, der Ölproduzent musste seine Kunden für die Abnahme des Öls bezahlen. Das mag ein Extremfall sein, zeigt aber, wie angespannt der Ölmarkt insgesamt ist. Der Preis für ein Barrel Schieferöl aus dem Perm-Becken, dem größten Schieferbecken der USA, liegt heute vier US-Dollar unter dem West-Texas-Intermediate-Referenzpreis (WTI). Der Spread ist in den vergangenen Tagen auf 10 US-Dollar/Barrel gestiegen. Das heißt, dass ein Schieferproduzent sein Rohöl selbst bei einem WTI-Referenzpreis von 20 Dollar/Barrel nur zu zehn Dollar verkaufen könnte – das ist weniger, als das leere Fass kostet.”
Benjamin Louvet, Fondsmanager bei OFI Asset Management

 

07.04. Die Finanzagentur (DFA) stockt ihre Emissionen für das zweite Quartal auf zugunsten der Corona-Hilfsprogramme. Das Auktionsvolumen der im erhöht sich gegenüber der bisherigen Planung um 43 auf 130,5 Milliarden Euro.

 

06.04. Die strengen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 hatten die chinesische Wirtschaft praktisch zum Stillstand gebracht, nun kommt sie wieder in Schwung. BNP Paribas Asset Management konzentriert sich daher vor allem auf Aktiengesellschaften, deren Produkte eine starke Binnennachfrage erfahren und die in schwer zugänglichen Märkten aktiv sind.

„Mitte April dürfte Chinas Wirtschaft gut 80 Prozent der Lieferketten wiederhergestellt haben, gleiches gilt für Auslastung und Produktivität.“
Caroline Yu Maurer, Chefin des China-Teams von BNP Paribas Asset Management

 

06.04. Der Lockdown weiter Teile der Wirtschaft im Zuge der Corona-Krise hat die Bonität einer Vielzahl von Branchen massiv verschlechtert. Das geht aus dem aktuellen FERI Branchen Rating für 525 Branchen in Deutschland für das 2. Quartal 2020 hervor. Demnach ergibt sich für 174 Branchen eine Ratingverschlechterung, so viele wie noch nie zuvor in einem einzigen Quartal. Der Anteil der Branchen mit einem erhöhten Ausfallrisiko stieg von 36 auf 46 Prozent.

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