Der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung KENFO erzielte bisher eine durchschnittliche Wertentwicklung auf das Fondsvermögen von 4,1 Prozent pro Jahr.

Das Geschäftsjahr 2019 konnte der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung KENFO mit einem positiven Stiftungsergebnis von 9,4 Millionen Euro abschließen (Vorjahr: -71,5 Millionen Euro). Damit erreichte der Fonds trotz der 0,5 Prozent Negativzinsen, die die Deutsche Bundesbank auf Einlagen berechnet, ein Jahr früher als geplant ein positives Jahresergebnis.

Für 2020 erwartet der Vorstand eine weitere Steigerung des Ergebnisses auf 100 bis 125 Millionen Euro. Das Vermögen des Fonds betrug zum 31. Dezember 2019 insgesamt 23,2 Milliarden Euro. „Von 2017 bis Ende 2019 haben wir insgesamt 822 Millionen Euro ausgezahlt“, sagt Anja Mikus, Vorstandsvorsitzende des KENFO, im Gespräch mit dpn. Allein 2019 waren es 362 Millionen Euro für Entsorgungskosten.

Das investierte Kapital betrug zum Berichtsstichtag 11,8 Milliarden Euro. Der Barbestand betrug 11,4 Milliarden Euro. Dabei stand den Erträgen in Höhe von 82,8 Millionen Euro als größter Aufwandsposten ein Betrag von 66,1 Millionen Euro gegenüber, der für die Negativzinsen an die Deutsche Bundesbank gezahlt werden musste. Für die interne  Verwaltung der Stiftung wurden 6,8 Millionen Euro aufgewendet. Dabei bildete der Personalwand in Höhe von 3,6
Millionen Euro die größte Position. Die durchschnittliche Wertentwicklung auf das schrittweise aufgebaute Fondsvermögen beträgt 4,1 Prozent pro Jahr.

„Der KENFO hat die heftigen coronabedingten Turbulenzen an den Finanzmärkten bislang gut überstanden und investiert konsequent weiter”, erläutert Anja Mikus. “Unsere Strategie hat sich bewährt“.

Corona-Krise: Schwierige Prognosen

Auch im Risikomanagement sieht sich der KENFO gut aufgestellt. „Natürlich haben wir vorher über Risiken nachgedacht, die eintreten können, und darüber, wie unser Portfolio dann strukturiert sein muss“, unterstreicht Anja Mikus im dpn-Gespräch. Dadurch übersteht der KENFO die hohe Volatilität bislang gut. „Krisen können immer wieder auftreten, und immer wieder gibt es Auslöser, mit denen vorher fast niemand gerechnet hat.“

Auch die Kettenreaktion auf die Subprime-Krise in den USA 2007 mit der Finanzkrise, der Bankenkrise und den Staatsschuldenkrisen in mehreren Ländern sei kaum zu prognostizieren gewesen. „Schon gar nicht in dieser Abfolge“, so Anja Mikus. Gleich sei allen Krisen, dass sie Marktstörungen verursachten, deren Dauer und Heftigkeit unterschiedlich seien. Auch lösten sie Phänomene und Entwicklungen aus, mit denen ebenfalls nicht zu rechnen sei. „So ist der Geldmarkt in der Finanzkrise vollkommen zusammengebrochen“, sagt die Managerin. „Dass in der aktuellen Krise der Ölpreis negativ wird, war auch nicht zu erwarten.“ Sie schätzt, dass die Krise infolge der Pandemie weitaus mehr Wirtschaftsbereiche trifft, als es die Finanz- und Bankenkrise 2008 taten. Entsprechend länger kann der Weg aus der Krise dauern.

Von günstigen Einstiegskursen profitiert

Die Asset Manager, die im und für den KENFO arbeiten, führen dessen Anlagestrategie konsequent fort. „Wir gehen systematisch und schrittweise vor, ohne spekulativ zu werden“, sagt Anja Mikus. Im Februar 2020 wiesen die Indizes der internationalen Börsen noch Höchststände auf. Als im März die Börsen infolge von Corona einbrachen, war der KENFO mit knapp 50 Prozent Liquidität in der Aufbauphase unterwegs.

„Zum Ende des ersten Quartals haben wir unsere Investments so wie geplant getätigt, sind aber überdurchschnittlich stark in Aktien gegangen.“ Natürlich luden die Kapitalmärkte dazu ein. „Von den günstigeren Einstiegskursen bei Aktien haben wir so profitieren können und hatten danach immer noch viel Liquidität, um weiterhin investieren zu können.“ Anja Mikus erinnert der März 2020 an das vierte Quartal 2018. „Damals hatten wir eine ähnliche Situation und haben dank der deutlich niedrigeren Einstiegskurse Ende 2018 und im ersten Quartal 2019 kräftig investiert.“

Der KENFO wurde 2017 gegründet. Die Betreiber der 25 deutschen Kernkraftwerke zahlten damals 24,1 Milliarden Euro auf die Konten der Stiftung ein. Der Fonds soll die Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung des radioaktiven Abfalls sicherstellen. KENFO ist die größte öffentlich-rechtliche Stiftung in Deutschland. Der Fonds wird von einem dreiköpfigen Vorstand geführt: Anja Mikus (CEO/CIO), Viktor Moftakhar (COO) und Dr. Thomas Bley (CRO/CFO).

 

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