Der globale Immobiliendienstleister CBRE hat seine neueste Ausgabe des „Real Estate Market Outlooks“ vorgestellt, der die aktuellen Entwicklungen der Gesamtwirtschaft, der Finanzmärkte sowie der verschiedenen Immobilienassetklassen, einschließlich der Assetklasse Infrastruktur, beleuchtet. Es zeigt sich, die Aussichten für den deutschen Immobilienmarkt sind positiver denn je, was durch das steigende Interesse internationaler Investoren unterstrichen wird. Diese fokussieren sich zunehmend auf einen der weltweit größten und liquidesten Märkte, von dem nicht nur eine Stabilisierung, sondern auch weiteres Wachstum erwartet wird.
Optimistische wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die allgemeine wirtschaftliche Lage hat sich im Sommer 2025 weiter aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im August 2025 leicht auf 89,0 Punkte, was eine Verbesserung um 0,4 Punkte gegenüber dem Vormonat darstellt, der bei 88,6 Punkte lag. Dies ist insbesondere auf die besseren Geschäftserwartungen der Unternehmen zurückzuführen, wenngleich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage leicht negativ bleibt.
Ein wichtiger politischer Impuls für die deutsche Wirtschaft ist die fiskalpolitische Ausrichtung der schwarz-roten Koalition. Zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie erweiterte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten sind in Aussicht, was in Kombination mit den wiederholten Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank die Finanzierungsbedingungen stabilisiert. Diese Entwicklung stärkt das Vertrauen der Investoren und schafft die Grundlage für eine planbare Immobilienfinanzierung.
Stabilisierung am Immobilienmarkt
Am Immobilienmarkt zeichnen sich erste Stabilisierungstendenzen ab. Besonders im Bürosegment wirkt sich die sinkende Projektentwicklungspipeline positiv aus, was zu einem begrenzteren Angebot führt und den Vermietungsmarkt stärkt. Infolge dieser Entwicklung konnten die Spitzenmieten in den nachgefragten Innenstadtlagen erneut steigen.
Die Logistikmärkte profitieren von niedrigen Leerstandsraten und der erwarteten Rekonfiguration der globalen Lieferketten, die Unternehmen zu einer weiteren Diversifikation ihrer Absatz- und Beschaffungsmärkte anregen. Zusätzliche Impulse kommen von den angekündigten Infrastrukturinvestitionen. Diese Trends schaffen gute Voraussetzungen für die Stabilisierung und sogar das Wachstum in der Logistikbranche.
Im Einzelhandelssegment zeigt sich eine klare Polarisierung zwischen den High-Street-Lagen und den lebensmittelgeankerten Nahversorger und Fachmarktzentren. Gleichzeitig eröffnen sich durch die Repositionierung von Bestandsimmobilien Potentiale, insbesondere im Bereich der ehemaligen Auf- und Warenhäuser, die durch standortadäquate Mixed-Use-Konzepte eine neue Nutzung finden können.
Der Hotelsektor profitiert von einer deutlichen Erholung des Binnentourismus und einem Anstieg der Geschäftsreisen, was zu Auslastungszahlen wie vor der Corona-Krise führt. Besonders gefragt sind Betreiberimmobilien wie Hotels, Senioreneinrichtungen oder studentisches Wohnen sowie Immobilien der sozialen Infrastruktur wie Schulen und Kindergärten.
Nachhaltigkeit und digitale Transformation als Treiber
Ein weiteres zentrales Thema sind die Auswirkungen der digitalen Transformation und des KI-Booms, die insbesondere den Rechenzentrumsmarkt antreiben. Die Nachfrage nach entsprechenden Immobilien scheint momentan keine Grenzen zu kennen, was diesen Sektor zu einem attraktiven Investitionsfeld macht.
Im Wohnungssektor bleibt der Nachfrageüberhang in den Ballungszentren bestehen, was weiteres Mietpreiswachstum zur Folge hat. Die Bundesregierung reagiert auf diese Herausforderung mit dem sogenannten „Wohnungsbau-Turbo“, der schnellere Verfahren für den Bau neuer Wohnungen und eine Schließung der Angebotslücke ermöglichen soll. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird jedoch maßgeblich von einer konsequenten Entbürokratisierung und einer digitalen Modernisierung der Planungs- und Genehmigungsprozesse abhängen. Der Investmentmarkt zeigt ebenfalls erste Zeichen einer graduellen Erholung. In diesem Kontext rät CBRE Investoren, sich verstärkt auf Asset Management-Themen zu konzentrieren, da laut der Einschätzung von CBRE der Schlüssel zur Wertsteigerung in den kommenden Jahren zunehmend in der Einnahmenseite liegt und weniger in der Renditekompression einzelner Assetklassen.
