Private Märkte dominieren die Strategien für den Aufbau institutioneller Portfolios in der Schweiz, da Investoren in einem sich verbessernden Marktumfeld nach neuen Anlagemöglichkeiten suchen. Das ist ein Ergebnis der jüngsten „EQuilibrium Global Institutional Investor Survey 2025“-Umfrage von Nuveen, die eine Vielzahl wichtiger Entscheidungsträger für Investitionen in der Schweiz aus den Bereichen betriebliche und private Altersvorsorge, Versicherungen, öffentliche/staatliche Renten und Stiftungen mit einem gesamten verwalteten Vermögen von fast 666 Milliarden US-Dollar umfasst.
Private Equity und Private Infrastructure im Fokus
Das Vertrauen der institutionellen Investoren aus der Schweiz in die privaten Märkte wächst. 47 Prozent der Befragten wollen ihre Allokationen in den kommenden fünf Jahren erhöhen. Am beliebtesten sind dabei die Asset-Klassen Private Equity und Private Infrastructure. 42 Prozent planen, ihre Bestände in jedem dieser Segmente in den kommenden beiden Jahren auszubauen. Für Noel Luchena, Leiter institutionelle Kunden bei Nuveen Schweiz, wenig verwunderlich: „Da die Anleger in diesem Jahr mit einer erhöhten Marktvolatilität und einem erhöhten geopolitischen Risiko rechnen, ist es wenig überraschend, dass die langfristigen Wachstumschancen und die Vorteile der Inflationsabsicherung der privaten Märkte weiterhin die Entwicklung der institutionellen Portfolios in der Schweiz prägen, mit erheblichen geplanten Erhöhungen sowohl bei Private Equity als auch bei Private Infrastructure.“
Bei festverzinslichen Anlagen sind private festverzinsliche Wertpapiere erste Wahl der Eidgenossen. Ein Drittel der befragten Investoren will die Allokationen erhöhen. 29 Prozent planen, die privaten Kreditallokationen auf Nischenmöglichkeiten wie Energieinfrastrukturkredite und forderungsbesicherte Wertpapiere auszuweiten.
Pragmatischer Bick auf Nachhaltigkeit
Neben Energieinfrastruktur berücksichtigen die Schweizer Institutionen bei ihren Investitionsansätzen zunehmend weitere Umweltaspekte. Die Herausforderungen des Übergangs erkennen sie dabei pragmatisch an: 57 Prozent stimmen zwar zu, dass der steigende Energiebedarf in absehbarer Zukunft sowohl braune als auch grüne Energiequellen erfordern wird, doch für 60 Prozent der Schweizer Investoren bleibt die Umweltbelastung ein wichtiger Faktor.
Jede dritte Institution in der Alpenrepublik gibt zudem an, sich in den Portfolios zunehmend auf naturbezogene Themen zu konzentrieren. Unter den Befragten, die die Auswirkungen ihrer Investitionsentscheidungen auf die Umwelt berücksichtigen, messen 69 Prozent die Leistung anhand der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung. 58 Prozent haben spezifische Wirkungsziele festgelegt. „Schweizer Investoren zeigen einen durchdachten Ansatz für Umweltinvestitionen, der Pragmatismus und Fortschritt in Einklang bringt“, so Luchena. „Sie erkennen zwar die aktuellen energiewirtschaftlichen Gegebenheiten an, aber es gibt eine klare Tendenz, Umweltfaktoren einzubeziehen, die sowohl Risiken mindern als auch überzeugende Renditechancen nutzen können.“
Risikobereitschaft steigt
Die zurückkehrende Zuversicht in die Marktentwicklung erhöhen die Risikobereitschaft der Schweizer Institutionen: 60 Prozent planen, ihr Aktienengagement zu erhöhen, während 30 Prozent ihre Bargeldbestände angesichts des wachsenden Vertrauens reduzieren. Gut 80 Prozent der Schweizer Investoren halten das aktuelle Makroumfeld für unsicherer als sonst, aber nur 37 Prozent halten eine globale Rezession im Jahr 2025 für wahrscheinlich.
Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

