Schweizer Vorsorgeeinrichtungen kommunizieren ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen zunehmend öffentlich. 2021 berichtete bereits fast die Hälfte der Vorsorgeeinrichtungen proaktiv zum Thema Nachhaltigkeit.

Vergangenes Jahr berichteten rund 45 Prozent der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen proaktiv zum Thema Nachhaltigkeit. Im Vergleich zu den Vorjahren entspricht dies einer Zunahme um 7 Prozentpunkte. Öffentlich-rechtliche Kassen kommunizieren ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen deutlich häufiger als privatrechtliche Kassen. Insgesamt waren die beliebtesten Nachhaltigkeitsansätze im Jahr 2021 die Integration in die Finanzanalyse (38 Prozent der Kassen, die nachhaltig investieren), die Implementierung von Ausschlusslisten (31 Prozent der Kassen) und das Betreiben von Engagement (26 Prozent der Kassen). Das geht aus der Studie «2. Säule 2022: Analyse der Geschäftsberichte von Pensionskassen» hervor, welche die Beratungsfirma PPCmetrics veröffentlicht hat.

2021 war ein gutes Anlagejahr für die Kassen

Das gute letzte Anlagejahr ermöglichte die durchschnittlich höchsten Verzinsungen seit Beginn der Datenerhebung durch PPCmetrics im Jahr 2008. Die durchschnittliche Verzinsung betrug 3,79 Prozent. Somit wurde ein substanzieller Teil der erzielten durchschnittlichen absoluten Renditen von plus 7,97 Prozent an die aktiven Versicherten weitergegeben. Der Trend hin zu sinkenden technischen Zinssätzen setzte sich fort. Im Vergleich zum Vorjahr sank der durchschnittliche technische Zinssatz 2021 um weitere 0,15 Prozentpunkte. Der Mittelwert der Verzinsungen lag zum dritten Mal in Folge über demjenigen des durchschnittlichen technischen Zinssatzes (1,47 Prozent).

Seit Anfang 2022 ist der technische Deckungsgrad deutlich gesunken

Seit Jahresbeginn 2022 bis zur Publikation der Studie sind die Verfallsrenditen der 10-jährigen Schweizer Bundesobligationen von -0,14 auf rund +1,08 Prozent (Stand: 13.09.2022) geklettert (zwischenzeitlicher Anstieg auf bis zu +1,46 Prozent). Schweizer Pensionskassen haben bis am 13.September eine durchschnittliche geschätzte Rendite von -10,4 Prozent verzeichnet. Damit hat sich auch der durchschnittliche technische Deckungsgrad per 13. September auf schätzungsweise 106,1 Prozent (Rückgang um rund 14 Prozentpunkte) verringert. Der ökonomische Deckungsgrad (Rückgang um rund 8 Prozentpunkte auf 108,4 Prozent per 13.09.2022) hat sich in derselben Zeitperiode hingegen weniger stark verändert, da die Verbindlichkeiten durch den Zinsanstieg gesunken sind.

Über die Studie

Die Studie basiert auf Daten aus revidierten Geschäftsberichten von Vorsorgeeinrichtungen für das Jahr 2021. Sie stützt sich auf eine breite und repräsentative Peer Group von 311 Pensionskassen mit einem kumulierten Vorsorgevermögen von 816 Milliarden Franken und über 3.8 Millionen Versicherten. PPCmetrics ist ein Schweizer Beratungsunternehmen für institutionelle und private Anleger.

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