Mit Long-Short Rohstoffstrategien lassen sich Erträge erzielen, die wenig Korrelation zu den Kapitalmärkten aufweisen und daher gut zur Portfoliodiversifizierung geeignet sind, sagt Christian Schuster von First Private Investment Management.

Mit den quantitativen Long-Short Rohstoffstrategien konnten im vergangenen Jahr trotz der Turbulenzen an den Kapital- und Rohstoffmärkten stabile Erträge erzielt werden. Performance-Treiber waren vor allem eine hohe Volatilität am Markt sowie Short-Positionen bei Erdgas, Christian Schuster, Senior Portfolio Manager bei First Private Investment Management.

Insgesamt konnte das Team der Frankfurter in den vergangenen 12 Monaten eine Performance von 14 bis 15 Prozent erzielen.

Market-Timing, Carry- und Liquiditätsstrategien

First Private investiert über Long- und Short-Positionen in insgesamt 14 Rohstoffe aus den Segmenten Energie, Basis- sowie Edelmetalle: Die Rohölsorten WTI und Brent sowie Benzin, Heißöl und US-Erdgas. Dazu kommen Gold, Silber und Platin sowie Aluminium, Kupfer, Nickel, Zink, Blei und Zinn. Ausgeschlossen sind aus ESG-Betrachtungen Lebendtiere und Agrarrohstoffe, wie Schuster weiter ausführt.

Für jeden Rohstoff kann das Team entlang der Futureskurve in zwei Laufzeiten investieren, so dass insgesamt 28 Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Das Team setzt dabei auf zehn quantitative Substrategien, um durch Ausnutzung von saisonalen Mustern, Kurvensignalen sowie Momentum Alpha zu erzielen.

„Echte Long/Short-Ansätze erschließen mehr Diversifikationspotenzial und bieten größere Investitionsspielräume als klassische Long-Investments“, sagt Schuster. So konnte etwa im Rahmen der Market-Timing-Strategie durch Short-Positionen bei Erdgas Alpha generiert werden, wie Schuster ausführt.

Christian Schuster Bildquelle: First Private

Positive Erträge

Auch Liquiditätsstrategien haben in den vergangenen 12 Monaten gut performt, wenn die Volatilität gut war – und dies war über große Teile des vergangenen Jahres der Fall. Sie stellen an den Rollterminen der zugrundeliegenden Futures Liquidität für passive Rohstoff-ETFs zur Verfügung, etwa auf Basis des Bloomberg Commodity Index. Die Strategie profitiert von steigender Volatilität, da dann die Nachfrage nach Liquidität am Markt besonders hoch ist.

Auch die Kurven-/Carry-Strategien lieferten positive Erträge. Ein Beispiel war im März 2020 zu sehen: Aufgrund des starken Contangos in den Futures-Kurven – also einer steigenden Futureskurve mit höheren Preisen bei späteren Lieferterminen und einer Short-Positionierung in Erdgas und Öl konnte vom Ölpreis-Crash profitiert werden.

Die Marktinformationen bezieht das Team aus der Futures-Kurve. Fundamentales Research betreibt es nicht. „Wir haben zurzeit eine negative Meinung zu Gold wegen des Momentums, aber eine positive aus saisonaler Sicht. Eine diskretionäre Meinung zu dem Rohstoff haben wir nicht“, so Schuster. Unabdingbar für diese Strategien ist, dass die Rohstofffutures liquide genug handelbar sind. Gewisse Materialien fallen somit aus dem investierbaren Universum auch aus diesem Grunde heraus.

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