Die Lernkurve im Bereich PE-Investments war für die Bayerische Versorgungskammer steil. Senior Investment Manager Kathrin Kalau-Reus erläutert auf der “SuperReturn”, wie sich die Versorgungskasse der Asset-Klasse angenähert hat.

Die Bayerische Versorgungskammer hat beim Einstieg in die Asset-Klasse Private Equity im Jahr 2007 auf Fund-of-Funds-Lösungen gesetzt. So sollte das Portfolio von Beginn an breit und diversifiziert aufgestellt werden, erläutert Kalau-Reus auf der Branchen-Konferenz „SuperReturn” in Berlin. Kalau-Reus ist bei der Versorgungskasse als Senior Investment Manager unter anderem für Private-Equity-Investments zuständig.

Mit steigenden Assets under Management haben sich die Münchner für den Ausbau der Asset-Klasse entschieden. Das Team wurde ausgebaut. Schrittweise wurden maßgeschneiderte Separate-Account-Lösungen ins Portfolio integriert. „Durch diese Separate-Account-Lösungen hatten wir mit unserem Team die Möglichkeit, uns mit den General Partners vertraut zu machen und den Kontakt herzustellen“, berichtet Kalau-Reus. So konnten nicht nur die „wirklich guten Managern“ identifiziert werden, sondern es wurde auch ein Zugang zu deren Vehikeln gewonnen. Denn viele seien mit der Zulassung von neuen LPs restriktiv.

Panel mit Svenja Becker Moravia Capital Investments, Alex Koriath Cambridge Associates, Kathrin Kalau-Reus Bayerische Versorgungskammer, Ralph Guenther Pantheon. Bildquelle: dpn

Vor drei Jahren hat sich die Bayerische Versorgungskammer dann im dritten Schritt entschlossen, direkt als Investor auf den Markt zu treten. Dies spiegele sich auch noch im Portfolio wider. „Wir sind tatsächlich zurzeit noch zu 80 Prozent in Fund-of-Funds-Lösungen oder Separate- Account-Lösungen investiert und zu 20 Prozent als Direct Investor präsent”, so Kalau-Reus. Dies Verhältnis werde sich in den kommenden Jahren aber noch zu Gunsten der direkten Anlagen verschieben.

Klumpenrisiko bei Co-Investments

Diese direkten Investments erfolgen über Einzelfonds. Co-Investments sind für die Münchner indes nicht attraktiv. „Man muss sich als LP gut fragen, wie man das Thema angeht und was das mit der Portfolio-Konstruktion macht: Sind wir von einzelnen Unternehmen wirklich so überzeugt, dass wir sie ins Portfolio holen wollen”, gibt Kalau-Reus zu bedenken. „Wir haben uns entschieden, dass wir das im Moment nicht selber abdecken können”. Zudem wiege bei starker Fokussierung auch das Klumpenrisiko.

Dachfonds kein Auslaufmodell

Aber auch für größere LPs wie die Bayern seien Fund-of-Funds-Lösungen noch interessant. So decke die Versorgungskammer die Bereiche Venture Capital und Asien komplett über solche Vehikel ab.

Auch für kleinere Versorgungswerke dürften Dachfondslösungen auf absehbare Zeit der gangbare Weg bleiben. Laut Alex Koriath, Partner bei Cambridge Associates, liege das kritische Anlagevolumen für Separate- Account-Lösungen bei 75 bis 100 Millionen Euro. Bei kleineren Summen seien die Kosten nicht darstellbar.

 

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