Die Private-Equity-Branche muss härter dafür arbeiten, bessere Renditen als am öffentlichen Kapitalmarkt zu erzielen, so ein Ergebnis der jährlichen Studie von Bain & Company.

Nichtsdestotrotz strömen der PE-Branche Rekordgelder zu, angetrieben vom Appetit der institutionellen Investoren. Laut dem  „Global Private Equity Report 2020“ von Bain lag der Mittelzufluss 2019 bei 894 Milliarden US-Dollar. Davon gingen allein 361 Milliarden US-Dollar in Buy-Out-Transaktionen, ein Rekordwert.

„Bei der Mittelbeschaffung hat sich eine Dynamik ‘Winner take all’ durchgesetzt, da mehr des beschafften Kapitals an weniger Firmen ging“, so Hugh MacArthur, Global Head Private Equity bei Bain. Buyout-Firmen mit soliden Erfolgsbilanzen, einer klaren Sektorstrategie und einer guten Erfolgsbilanz erweisen sich aber als attraktive Optionen für Investoren.

Allerdings stellt sich die Frage, ob die erfolgsverwöhnte Branche weiterhin so viele Gelder anziehen kann, besonders in den USA. In den letzten 30 Jahren haben US-Buyouts im Durchschnitt zwar eine Nettorendite von 13,1 Prozent erzielt, verglichen mit einer 8,1 Prozent Rendite für einen alternativen Performance-Benchmark (basierend auf der Long-Nickels-Methode des öffentlichen Marktes unter Verwendung des S&P 500 als Proxy).

Betrachtet man allerdings den Zeitraum seit 2009, so waren an den öffentlichen Kapitalmärkten ebenfalls Renditen von 15 Prozent zu erzielen. Erstmals wurde somit auf den öffentlichen Märkten eine 10-Jahres-Rendite wie bei privatem Beteiligungskapital erzielt.

Wenngleich 15 Prozent Rendite nach Abzug der Gebühren zwar stattlich sind, erwarten PE-Investoren eine bessere Performance als am Aktienmarkt, zumal letzterer mehr Liquidität zu geringeren Kosten bietet.

Europas PE-Renditen weiter stark

Anders sieht es allerdings in Europa aus: Hier laufen Private-Equity-Investments weiterhin deutlich besser als vergleichbare Aktienindizes. Grund ist vor allem die im Vergleich zum S&P schlechtere Performance der europäischen öffentlichen Kapitalmärkte.

„PE-Investoren hatten ein starkes Jahr, aber werden zukünftig härter für ihren Erfolg arbeiten müssen.”

Hugh MacArthur, Global head Private Equity bei Bain & Company

Auf der Suche nach Return widmen sich GPs zunehmend für die öffentlichen Märkte und Co-Investments, heißt es in der Studie weiter. Zudem verschärfte sich auch in dieser Branche das Interesse an nachhaltigen Investments. Gleichzeitig gelte es, die digitale Disruption auf dem Schirm zu behalten und dort überhitzte Sektoren zu meiden.

Basierend auf diesen Erkenntnissen leitet Bain vier Erfolgsrezepte ab, die einen gemeinsamen Nenner haben: Fokus. So fallen laut dem Report die erfolgreichen Unternehmen in eine der folgenden vier Kategorien:

  1. Sektor-Spezialisten: Diese Firmen erarbeiten einen Wissensvorsprung in einer Branche, so dass sie Risiken und Chancen besser einschätzen können als der Wettbewerb.
  2. Fokus auf bestimmte Regionen oder Asset-Klassen: Diese Unternehmen investieren sektorübergreifend, erarbeiten sich aber Wissensvorsprünge in anderen Bereichen.
  3. Konzentration auf Unternehmen mit bestimmten Charakteristika: Diese Fonds setzten branchenübergreifend auf bestimmte Muster und identifizieren so Unternehmen, deren Wert sie vergleichsweise einfach gemäß einem festgelegten „Drehbuch“ steigern können.
  4. Großinvestoren: Kapitalstarke Fonds verfügen über die nötigen Ressourcen, um auch große, komplexe Deals erfolgreich abzuschließen.

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