Das rasante Wachstum fordert die Branche allerdings auch heraus, sagt Ronald Ayles, Managing Partner bei Advent International, auf der „SuperReturn International“ in Berlin.

In Deutschland sind bereits eine Millionen Menschen in Unternehmen mit PE-Beteiligung beschäftigt. Waren es vor zehn Jahren noch eher unbekannte Namen, in die Beteiligungskapital floss, so sind inzwischen gängige Marken dabei. Advent hatte beispielsweise am 27. Februar 2020 bekannt gegeben, gemeinsam mit Cinven und der RAG-Stiftung das Aufzugsparte von Thyssenkrupp zu übernehmen (Thyssenkrupp Elevator).

Insgesamt steht die Branche laut Ayles immer mehr im öffentlichen Licht. Dies gehe mit einer steigenden sozialen Verantwortung der Investoren einher. Wichtig sei der direkte Draht zu den Unternehmen, und zwar insbesondere zu Arbeitnehmer-Repräsentanten.

Daher stehen PE-Gesellschaften unter Druck, auf Senior-Mitarbeiter in der Region zurückgreifen zu können. US-amerikanische und britische Gesellschaften hätten oft nicht den gleichen Zugang zu Gewerkschaften wie lokal verankerte General Partners. Anders als noch zu Zeiten der „Heuschrecken-Debatte” sind Gewerkschafter inzwischen aber sehr offen für den Dialog mit Beteiligungsgesellschaften, so die Erfahrung von Advent.

Allerdings leidet auch diese Branche unter Fachkräftemangel. „Wir stehen vor der großen Herausforderung, talentierte Spezialisten mit Sektorexpertise zu rekrutieren“, so Ayles. Der Wunsch nach mehr Vielfalt in der Belegschaft erleichtere die Suche nicht. Zudem sind wegen der langen Anlagehorizonte Mitarbeiter gesucht, die langfristig in der Beteiligungsgesellschaft bleiben. Demgegenüber steht eine jüngere Generation, die verstärkt nach Flexibilität und schnellen Karrieresprüngen sucht.

Gleichzeitig bleiben die Erwartungen der Limited Partners hoch. Laut einer Umfrage von Preqin planen weltweit fast die Hälfte der institutionellen Investoren, ihr Engagement in PE langfristig auszubauen. Im Jahr 2019 lag der Mittelzufluss bei 894 Milliarden US-Dollar, hatte Bain zuvor im „Global Private Equity Report 2020“ berichtet.

Das verwaltete Vermögen der Private-Equity-Branche hat sich seit dem Jahr 2000 versechsfacht auf nun 2,3 Billionen US-Dollar, führte Ayles auf der SuperReturn weiter aus. Im Schnitt entspricht dies einem jährlichen Wachstum von 10 Prozent. Deutlich dynamischer entwickelt sich die Branche in Deutschland mit einem durchschnittlichen Wachstum von 17 Prozent pro Jahr.

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