Aufbauarbeit für Berliner Anwälte

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Herr Wolbert, in einer Branche, die sich durch eine hohe Fluktuation auszeichnet, sind Sie ein Paradebeispiel für Kontinuität. Und jetzt haben Sie sich doch zu zwei beruflichen Wechseln relativ kurz nacheinander entschlossen.

Daniel Wolbert: Ja, ich war ein Vierteljahrhundert lang bei der kirchlichen Pensionskasse Verka in Berlin. Das hat mit einem dualen Betriebswirtschaftsstudium bei der Verka begonnen. Ich war schon immer ein Zahlenmensch und habe mich mit Wirtschaftsthemen auseinandergesetzt, insofern hat ein Studium mit Praxisphasen für mich gut gepasst. Nach meinem dualen BWL-Studium habe ich bei der Verka verschiedene Funktionen durchlaufen, wobei ich immer auf der Aktivseite unterwegs war. Als ich angefangen habe, gab es noch kein Asset Management und keine Abteilung Kapitalanlagen, sondern nur das Finanz- und Rechnungswesen. Neben dem Rechnungswesen hat man sich damals auch um die Wertpapieranlage gekümmert. Da hat der Vorstand oft noch selbst bei der Bank angerufen und Käufe von Staatsanleihen angewiesen. Erst vor ungefähr 20 Jahren hat man die Kapitalanlage und das Risikomanagement stärker institutionalisiert und professionalisiert. Zudem sind die aufsichtsrechtlichen Anforderungen seitdem deutlich gestiegen, und das hat diese Entwicklung mit befördert.

Daniel Wolbert

Wie sah Ihr Weg bei der Verka aus?

Daniel Wolbert: Angefangen habe ich als Assistent des Finanzvorstands und bin über den Aufbau und die Leitung des Risikomanagements für die Kapitalanlagen in die Abteilung Kapitalanlagen gekommen. Das Risikomanagement sah vor 20 Jahren natürlich noch etwas anders aus als heute. Die Abteilung Kapitalanlagen habe ich ab 2006 stellvertretend und ab 2010 hauptamtlich geleitet. Im Jahr 2023 habe ich dann die Leitung des Controllings und des Backoffice übernommen und war zudem für den Bereich Nachhaltigkeit verantwortlich. Das war schon seit längerer Zeit ein gewichtiges Thema, insbesondere im kirchlichen Raum. In meiner Zeit bei der Verka habe ich so zur Stabilisierung und Professionalisierung des Kapitalanlagenportfolios und -managements beigetragen. Ende 2023 habe ich dann nach reiflicher Überlegung beschlossen, mich einer neuen Herausforderung zu stellen und die Seiten zu wechseln, wobei ich den Themen Kapitalanlagen und Nachhaltigkeit treu geblieben bin. Als Institutional Partner war ich bei Ready 4 Impact, einem aufstrebenden Placement Agent mit Spezialisierung auf Impact Investments, einerseits für den Vertrieb im Bereich der institutionellen Investoren mit Schwerpunkt Pensionskassen, Lebensversicherer und kirchliche Investoren zuständig. Andererseits habe ich den Managerial Part als Bindeglied zwischen interner Verwaltung und externen Vertriebspartnern übernommen.

Und im vergangenen Jahr sind Sie wieder auf die Investorenseite zurückgewechselt.

Daniel Wolbert: Im Sommer 2024 erhielt ich den Anruf eines langjährigen Bekannten aus dem Bankenbereich, der mit meinem neuen Arbeitgeber bestens betraut war. Er sagte mir: „Pass auf, bei den Rechtsanwälten in Berlin tut sich was. Wäre das nicht etwas für dich?“ Impact Investing auf der Anbieterseite und damit an der Impact-Quelle, wie ich es bei Ready 4 Impact gestalten durfte, war sicher hochspannend, aber der Zeitpunkt war für nachhaltige und weniger liquide Assets zugegebenermaßen nicht optimal. Und da ich mich im Rückblick doch eher auf der Investorenseite sah, habe ich schließlich Tuchfühlung zum Versorgungswerk aufgenommen. So kam dann eins zum anderen.

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