Eine aktuelle Hochrechnung von Mercer Deutschland zeigt, dass die Kapitaldeckung der Pensionsverpflichtungen im DAX 40 im vergangenen Jahr weiter auf einem Rekordniveau blieb. Der Deckungsgrad erhöhte sich 2024 auf über 82 Prozent, was den Vorjahreswert übertrifft und sogar den Rekordwert von 2022 überbietet. Das Pensionsvermögen stieg von rund 258 Milliarden Euro um etwa 5 Milliarden Euro auf ca. 263 Milliarden Euro, obwohl es durch Wechsel im DAX und Mittelabflüsse um insgesamt 10 Milliarden Euro reduziert wurde.
Der Wert der Pensionsverpflichtungen sank von 324 Milliarden Euro auf etwa 319 Milliarden Euro, was teilweise auf den Wechsel von Covestro zu Fresenius Medical Care zurückzuführen ist.

Der Rechnungszinssatz blieb weitgehend stabil, was die positive Entwicklung unterstützte. Die hohe Rendite im Jahr 2024, insbesondere an den Aktienmärkten, trug maßgeblich zur Verbesserung der Kapitaldeckung bei. Nach einer starken Kurserholung im Vorjahr erzielten die Aktienmärkte trotz zwischenzeitlicher Sorgen einer Rezession hohe Renditen.
Zwar hat sich der Rechnungszins je nach Konstellation beim Unternehmen unterschiedlich entwickelt. Insgesamt lässt sich aber feststellen, dass sich das Zinsniveau im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert hat. „Das erklärt die stabilen Werte der Pensionsverpflichtungen“, sagt Thomas Hagemann, Chefaktuar bei Mercer.

Die veränderte Zusammensetzung des DAX 40 durch den Abgang von Covestro und den Zugang von Fresenius Medical Care führte zu einem Rückgang des Pensionsvermögens um gut 3 Milliarden Euro. Mittelabflüsse aufgrund von Zahlungen und Planabgeltungen beliefen sich auf etwa 7 Milliarden Euro, was den Effekt verstärkte. Trotz dieser Herausforderungen konnte das Pensionsvermögen durch die positive Rendite um 5 Milliarden Euro zulegen.
Der Anstieg des Deckungsgrades belegt den anhaltenden Trend der Unternehmen zur Ausfinanzierung ihrer Pensionsverpflichtungen. „Damit können nicht nur bilanzielle Risiken gesenkt und die Liquiditätsabflüsse gesteuert werden, sondern im Falle des Pensionsfonds auch die Kosten der gesetzlichen Insolvenzsicherung gesenkt werden“, hebt André Geilenkothen, Leiter Pension Funding Consulting bei Mercer Deutschland, hervor.
Für das Jahr 2025 wird ein relativ niedriges Wirtschaftswachstum in Europa prognostiziert, während die USA von der fiskalischen Unterstützung und Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz profitieren könnten. Die Inflation dürfte sich um das EZB-Ziel von 2 Prozent stabilisieren, was möglicherweise weitere Zinssenkungen der Zentralbanken zur Folge haben könnte. Trotz der Herausforderungen im wirtschaftlichen Umfeld bleibt das Ziel, den hohen Deckungsgrad aufrechtzuerhalten und weiter zu erhöhen.
Info
Die Mercer-Hochrechnung berücksichtigt alle Geschäftsberichte der DAX-Unternehmen, die bis zum 14.03.2025 veröffentlicht wurden. Das umfasst über 80 Prozent der Pensionsverpflichtungen und knapp 80 Prozent des Deckungsvermögens.
Goran Culjak ist Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten. Davor arbeitete er bei PLATOW als Fachredakteur für Versicherung und Altersvorsorge und etablierte die Risikomanagementkonferenz. Der Diplom-Betriebswirt (FH) startete 2004 als Pressereferent bei Union Investment seine berufliche Laufbahn.

