2025 haben sich die Anlagevermögen in deutschen Defined-Contribution-Plänen (DC) für die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gegenüber dem Vorjahr annähernd verdoppelt. Dies ergab die „DC-Umfrage 2026“ der Consulting-Gesellschaft Mercer vom April 2026, an der 56 deutsche Unternehmen teilnahmen. Rund zwei Drittel der befragten Firmen halten DC-Pläne mit einem Volumen bis zu 100 Millionen Euro. 10 Prozent von ihnen weisen ein Anlagevermögen von mehr als 1 Milliarde Euro auf.
Für den starken Anstieg des Anlagevermögens sehen die Autoren der Mercer-Studie im Wesentlichen zwei Ursachen. Zum einen sind DC-Pläne, bei denen die Unternehmen feste Beiträge – eben Defined Contributions – in die bAV einzahlen, in Deutschland erst seit relativ kurzer Zeit am Markt zulässig. Ein rechtlicher Treiber ist nach Ansicht der Autoren das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das am 1. Januar 2018 in Kraft trat. Zum anderen zeigten die Kapitalmärkte 2025 eine gute Wertentwicklung, wodurch sich das Anlagevermögen deutlich vermehrte.
DC-Pläne erzielten 2025 Renditen von rund 6 bis 7 Prozent
Da die Unternehmen bei DC-Plänen keine festen Leistungszusagen machen, sondern fixe Beiträge einzahlen, hängt die Höhe der späteren Betriebsrenten davon ab, wie gut die Einzahlungen angelegt werden. 2025 konnten die Unternehmen, die DC-Pläne eingeführt hatten, zumeist attraktive Erträge erzielen. Bei Arbeitnehmer im Alter von 30 Jahren betrugen die Renditen im Durchschnitt 7,2 Prozent; bei 60-jährigen Beschäftigten waren es im Mittel 6,3 Prozent. Allerdings gab es große Unterschiede: Eine der befragten Firmen erreichte eine Rendite von 18 Prozent; ein anderes Unternehmen erlitt einen Verlust von 4 Prozent.
Um die Mitarbeiter vor den Folgen anhaltender Fehlinvestments zu schützen, gewähren die Arbeitgeber für die Auszahlungsphase eine bestimmte Mindestrendite. Wird die Garantieverzinsung nicht erreicht, ist das Unternehmen zu Nachschüssen verpflichtet. Bei 66 Prozent der befragten Firmen beträgt die Mindestrendite 0 bis 2 Prozent. 17 Prozent haben sich zu einer Verzinsung von mehr als 2 Prozent verpflichtet; bei ebenfalls 17 Prozent liegt diese jedoch unter 0.
Die Hälfte der Unternehmen verfolgt eine konstante Kapitalallokation: Die Beiträge werden unabhängig vom Lebensalter der Mitarbeiter auf die einzelnen Anlageklassen verteilt. Die übrigen 50 Prozent verfolgen ein Lebenszyklusmodell. Dabei überwiegen wachstumsorientierte Investments für junge Mitarbeiter, während das Kapital für Beschäftigte mit zunehmendem Alter defensiver angelegt wird.
Aktien und Anleihen bilden die Schwerpunkte der Portfolios
Aktien bilden einen der beiden Schwerpunkte der Investments: 94 Prozent der Unternehmen halten Papiere aus Industriestaaten, 87 Prozent Aktien aus Schwellenländern. Nahezu ebenso bedeutend sind die Investments in Anleihen: 96 Prozent der befragten Firmen halten Corporate Bonds aus den Industrieländern; bei Staatsanleihen beträgt der Anteil 79 Prozent. Drei Viertel haben Anleihen aus den Emerging Markets erworben. 38 Prozent der Unternehmen sind in Alternative Investments (Absolute Returns und Hedgefonds) investiert, gut ein Viertel in Private Markets (Infrastruktur, Immobilien, Private Debt und Private Equity).
8 Prozent der Teilnehmer legen die Beiträge für DC-Pläne vollständig aktiv an. Hingegen haben sich 9 Prozent ausschließlich für passive Investments entschieden. Die überwiegende Mehrheit, nämlich 83 Prozent, investiert sowohl aktiv als auch passiv. Entsprechend den gewählten Anlagestrategien fallen auch die Kosten unterschiedlich aus. Einige Teilnehmer berichten, dass die Total Expense Ratio pro Jahr unter 0,10 Prozent liegt; bei anderen beträgt die Gesamtkostenquote hingegen mehr als 0,80 Prozent.
In der Regel sehen die Unternehmen für die Empfänger von Betriebsrenten mehrere Auszahlungsoptionen vor. 65 Prozent der befragten Firmen bieten Rentnern die Möglichkeit, sich den Gesamtbetrag beim Eintritt in den Ruhestand auszahlen zu lassen. Bei 77 Prozent der Unternehmen, die DC-Pläne eingeführt haben, gibt es eine Verratung: Die Leistungen aus der bAV werden über eine bestimmte Anzahl von Jahren hinweg ausgezahlt. Bei 38 Prozent können sich die Mitarbeiter laut der Mercer-Studie für eine lebenslange Rente entscheiden.
