Die Ertragserwartungen der vermögenden Familien sinken. Dies belegt eine Umfrage unter Family Offices aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein.

Für 80,4 Prozent der Multi Family Offices und für 60 Prozent der Single Family Offices hat der Kapitalerhalt höchste Priorität. Aus Sicht von einem Jahr gehen insgesamt 83 Prozent von einer Rendite unter fünf Prozent aus und etwa die Hälfte begnügt sich mit Rendite-Erwartungen von unter 2,5 Prozent.

Zu diesen Resultaten kommt die aktuelle Family Office Studie des Bayerischen Finanz-Zentrums BFZ unter dem Titel „Anlage im Niedrigzinsumfeld“. An der Studie, die von Axa Investment Managers, iShares, Commerzbank und KPMG unterstützt wurde, haben sich 72 Family Offices aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein beteiligt. Knapp ein Viertel davon betreut Vermögen zwischen einer und 3 Milliarden Euro. 70 Prozent sind Multi Family Offices.

Es sei dem von „niedrigen, zeitweise negativen Zinsen und Renditen“ geprägten Umfeld geschuldet, dass sich die Ertragserwartungen immer weiter nach unten bewegten, schreiben die Autoren. Im Jahr 2015 gingen erst 64 Prozent der Befragten von Renditen unter fünf Prozent aus und 2010 waren es nur 38 Prozent.

Stark unternehmensorientiert

Family Offices sind in der Regel breit diversifiziert. Auffällig ist eine hohe Aktienquote von rund 30 Prozent. Werden dazu noch Privat-Equity Fonds, direkte Firmenbeteiligungen sowie Venture Capital hinzugezählt, kommt der Bereich Unternehmensbeteiligungen sogar auf rund 46 Prozent. Laut Studie ein „Ausdruck dessen, dass die Vermögensinhaber häufig Bezug zum Unternehmertum haben“.

Deutlich tiefer ist die Rentenquote mit knapp 18 Prozent. Im Jahr 2010 lag der Anleihen-Anteil noch bei mehr als 23 Prozent. Der Rentenanteil wurde zugunsten Aktien reduziert. Das Vermögen der Family Offices ist über viele Anlageklassen gestreut. Zurzeit setzen die vermögenden Familien auch auf Immobilien (13,6 Prozent), Hedge-Fonds (4,6 Prozent), Rohstoffe (2,2 Prozent) und einen hohen Anteil Liquidität (10,8 Prozent).

Noch wird der grösste Teil mit rund 39 Prozent über Investments in Einzeltitel abgedeckt und aktiv gemanagte Fonds kommen auf 35 Prozent.  Aber passiv holt auf: Inzwischen machen Vehikel wie ETFs oder Indexfonds rund 25 Prozent der Vermögensanlage von Family Offices aus.

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