Der Staatsfonds konnte im Krisenjahr 2020 eine Rendite von 8,3 Prozent einfahren. Der Stiftungsgewinn lag bei 120 Millionen Euro.

Das Jahr der Corona-Krise 2020 konnte nach Einschätzung des KENFO, dem Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung, gut abgeschlossen werden. So lag das Anlageergebnis bei 8,3 Prozent. Das HGB-Ergebnis beziffert der Fonds mit rund 120 Millionen Euro. Der positive Trend setzte sich im Jahr 2021 fort: Auch in den ersten fünf Monaten des Jahres konnte der Fonds auf sein investiertes Vermögen einen Wertzuwachs von 4,4 Prozent erzielen, wie die Vorstandsvorsitzende des Fonds Anja Mikus erklärte. Insgesamt habe der KENFO auf Basis der Marktwerte des Portfolios abzüglich Kosten zum 31. Mai 2021 einen Betrag in Höhe von 2,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.

KENFO Ende 2021 voll investiert

Ende des laufendes Jahres werde der Fonds voll investiert sein, sagte Mikus anlässlich der Vorstellung des Geschäftsberichts 2020 in Berlin zudem.

Weiter plant der Fonds den Ausbau von Alternatives (lesen Sie hierzu auch das Interview zum Ausbau der nachhaltigen Infrastruktur mit Veronika Kempe, Leiterin Investment Management). Die Kapitalzusagen des KENFO für Alternative Anlagen liegen den weiteren Angaben zufolge mittlerweile bei 1,8 Milliarden Euro. „Ein Augenmerk wird aktuell auf Private Equity und nachhaltige Infrastruktur gerichtet, die zusammen den Hauptbestandteil des Portfolios bilden“ erläuterte Mikus weiter.

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Entsorgungsfondsgesetzes (1. EntsorgFondsÄndG) am heutigen 1. Juli 2021 wurde hierfür die rechtliche Voraussetzung geschaffen. Letztendlich solle der Anteil der illiquiden Anlagen bei bei 30 Prozent oder 7 Milliarden Euro liegen. Hiervon entfallen auf Infrastruktur 10 Prozent, 7,5 Prozent auf Private Equity, 7 Prozent auf Real Estate und 4,5 Prozent auf Private Debt.

Größer Baustein im Gesamtportfolio bleiben Aktien mit 35 Prozent. Auf Unternehmensanleihen und Schwellenländeranleihen sollen 25 Prozent entfallen und 10 Prozent der Gelder werden in Staatsanleihen von Industrieländer fließen, so die weiteren Pläne.

Personelle Aufstockung

Hierfür seien weitere personelle Kapazitäten erfordert. Die Anzahl der Mitarbeiter werde ungefähr verdoppelt, um den künftigen Ausbau – insbesondere eben im Bereich der Alternatives – gerecht zu werden. Nahezu 30 neue Kolleginnen und Kollegen werden gesucht.

Der Finanz- und Risikovorstand Dr. Thomas Bley konnte zudem eine Gewinnsteigerung der öffentlich-rechtlichen Stiftung vermelden. So schloss der KENFO im Berichtsjahr mit einem positiven Stiftungsergebnis von 120 Millionen Euro ab (Vorjahr 9,4 Millionen Euro). „In 2020 haben wir erreicht, was wir uns vorgenommen haben und dies obwohl das abgelaufene Jahr durch die Corona-Krise geprägt war.“ betonte Bley. „Wir erwarten, den positiven Trend auch im nächsten Jahr fortsetzen zu können und mit einem weiterhin gesteigerten Ergebnis im Bereich von 195-245 Millionen Euro zu landen.“

Bislang habe der KENFO 1,3 Milliarden Euro für den Stiftungszweck, die Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung, aufgewendet. In 2020 waren dies alleine 512,4 Millionen Euro.

Mit über 25 Milliarden Euro Assets under Management ist der erste deutsche Staatsfonds die größte öffentlich-rechtliche Stiftung in Deutschland. Als Zielrendite visiert der Fonds zur Zeit etwas mehr als 3,8 Prozent an. Er wurde vor vier Jahren gegründet.

Frau Anja Mikus ist Sprecherin bei der FAZ Konferenz Nachhaltigkeit und Kapitalanlage am 8. Juli 2021.

 

 

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