Die institutionelle Investorenlandschaft in Deutschland ist sehr granular und regional stark verteilt. Fast vier Billionen Euro verteilen sich auf eine Vielzahl von Investoren.

Über alle Investorengruppen hinweg konnte die Gesellschaft für Analyse und Consulting (GAC) zum 31. Dezember 2019 mehr als 700 Kapitalsammelstellen mit einem Mindestanlagevolumen von 500 Millionen Euro identifizieren. 468 davon verwalten mindestens eine Milliarde Euro, darunter 144 Versicherungsgesellschaften, deutlich mehr als 100 Depot-A-Investoren, 98 Corporates/Pensionskassen/-fonds, 44 Versorgungswerke, 23 kommunale und kirchliche Versorgungseinrichtungen, 18 SGB-Investoren (Berufsgenossenschaften und Krankenkassen), 16 Stiftungen, 9 Bistümer sowie 2 Rundfunkanstalten.

Alle zusammen verkörpern ein Kapitalanlagevolumen von rund 3,7 Billionen Euro. Es wächst jährlich um deutlich mehr als 100 Milliarden Euro, prozentual am stärksten wuchsen zuletzt Pensionsfonds, Zusatzversorgungskassen, Krankenversicherungen und Versorgungswerke.

Versicherungen dominieren

Die größten Kapitalsammelstellen werden von Versicherungsgesellschaften dominiert. Die Allianz Lebensversicherungs-AG verwaltet das mit Abstand größte Volumen von mehr als 300 Milliarden Euro. Als größte „Nichtversicherung“ kommt die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) mit einem Anlagevolumen von fast 40 Milliarden Euro auf Platz 11. Mit Platz 17 beziehungsweise 19 schaffen es mit über 30 Milliarden Euro auch die größte Pensionskasse und das größte Corporate-Planvermögen unter die Top 20.

“Die größten Kapitalsammelstellen werden von Versicherungsgesellschaften dominiert”

Das größte Versorgungswerk erreicht mit einem Vermögen von rund 28 Milliarden Euro den 23. Rang. Dessen Vermögensverwalter, die Bayerische Versorgungskammer (BVK), kommt mit einem Gesamtvolumen von über 90 Milliarden Euro unter die Top Ten der größten deutschen institutionellen Vermögensverwalter, auch wenn die einzelnen Versicherungsgesellschaften zu Gruppen zusammenfasst werden (siehe kleine Tabelle). Unter den Top Ten der größten aggregierten Investoren ist nach der Übernahme der Lebensversicherungsbestände der Generali Deutschland nun mit der Viridium-Gruppe auch eine sogenannte Run-off-Gesellschaft vertreten. Nicht ganz unter die zehn Größten hat es mit fast 50 Milliarden Euro nach der Fusion die Provinzial Rheinland/Nordwest geschafft.

Die größte kirchliche Versorgungskasse KZVK belegt mit 25 Milliarden Euro den 28. Platz, der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung als größte Stiftung mit 24 Milliarden Euro Rang 32.

Die Depot-A-Investoren mit den meisten Wertpapieranlagen sind die Hamburger Sparkasse und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank als größte Genossenschaftsbank, mit jeweils rund 6 Milliarden Euro belegen sie die Plätze 119 und 125. Das umfangreichste kirchliche Vermögen verwaltet das Bistum Paderborn, mit rund 4,5 Milliarden Euro (2018) belegt es Platz 148.

Unter den sogenannten SGB-Investoren hat die größte Krankenkasse ein Vermögen von 4,2 Milliarden Euro (Rang 156) und die größte Berufsgenossenschaft von rund 4 Milliarden Euro (Rang 162).

Die tabellarische Aufstellung der 100 größten Kapitalsammelstellen finden Sie in der dpn-Ausgabe Oktober/November 2020.

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