52 Prozent der institutionellen Investoren berücksichtigen das Thema bereits umfassend in der Unternehmens- und Produktentwicklung, so das Ergebnis der ESG-Umfrage 2020 des FondsForums.

Über das Netzwerk des FondsForums wurde erstmals eine groß angelegte Umfrage zum Thema ESG (Nachhaltigkeitsaspekte Environment, Social, Governance – Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) bei institutionellen Immobilien-Investoren durchgeführt.

Danach berücksichtigen bereits 52 Prozent das Thema umfassend in der Unternehmens- und Produktentwicklung. Weitere 43 Prozent nehmen sich der ESG-Nachhaltigkeit bereits in einzelnen Aspekten an. Das ist eines der Ergebnisse aus der ESG-Umfrage 2020 des FondsForums. An der Umfrage nahmen rund 130 institutionelle Anleger, Fonds-Anbieter/Asset Manager, Projektentwickler, Kreditinstitute und Branchendienstleister teil. Der Anteil der Investoren lag bei 37 Prozent.

Kein Weg führt an ESG vorbei

Rund 78 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass an ESG kein Weg vorbeiführt. Weitere 20 Prozent glauben, dass ESG das Immobiliengeschäft komplizierter machen wird. Mit rund 91 Prozent glaubt die Mehrheit der Befragten an eine dauerhafte Veränderung der Immobilienwirtschaft durch ESG. Lediglich 6 Prozent betrachten ESG in der Branche nur als temporäres Thema.

Branche bemängelt fehlende EU-Vorgaben

Die meisten Teilnehmer der Umfrage (59 Prozent) führen den relativ langsamen Bedeutungsanstieg des Themas ESG in der Immobilienwirtschaft vor allem auf fehlende konkrete Handlungsanweisungen durch die EU zurück. Auch bisher unklare Auswirkungen auf die Branche (21 Prozent) und die erst seit kurzer Zeit stark steigende mediale Wahrnehmung haben nach Ansicht der Teilnehmer dazu geführt.

Die Mehrzahl der Befragten (82 Prozent) misst der Berücksichtigung von ESG-Kriterien bei Immobilientransaktionen eine wichtige Bedeutung zu. Weitere 14 Prozent sehen sogar eine exklusive Bedeutung. Ohne die Einhaltung von ESG-Kriterien werden nach Meinung dieser Gruppe keine positiven Entscheidungen mehr möglich sein.

Bei ESG steht die Umwelt-Nachhaltigkeit im Zentrum

Gefragt nach der Bedeutung der einzelnen Aspekte der Nachhaltigkeit geben bereits heute 52 Prozent dem Umwelt-Aspekt eine hohe und damit zentrale Bedeutung. Die sozialen Aspekte werden aktuell von 55 Prozent als mittel und von 8 Prozent als hoch eingestuft. Dieser Anteil dürfte nach Ansicht der Befragten deutlich auf hoch (53 Prozent) und mittel 46 Prozent steigen. Das Thema Governance beziehungsweise gute Unternehmensführung schätzen heute 16 Prozent als hoch und 50 Prozent als mittel sein. Mit Blick auf die Zukunft erwarten 54 Prozent eine hohe und 38 Prozent eine mittlere Bedeutung.

Rund 57 Prozent der Umfrageteilnehmer setzen bereits heute ESG-Kriterien um. Speziell die Fondsanbieter und Asset-Manager (69 Prozent) aber auch die Dienstleister sind hier besonders aktiv (je nach Segment 71 bis 75 Prozent).

ESG-Ratingergebnisse werden mitberücksichtigt

ESG-Ratingergebnisse sind für rund 71 Prozent von mittlerer Bedeutung, das heißt sie werden bei Immobilientransaktionen mitberücksichtigt, sind damit weder unwichtig noch alles entscheidend.

Die Ergebnisse der ESG-Umfrage wurden anlässlich der ESG-Konferenz des FondsForums am 20. Januar 2020 in Frankfurt am Main vor über 200 angemeldeten Teilnehmern vorgestellt. Der Fokus der Konferenz lag auf der Behandlung strategischer und operativer Themen rund um ESG-Nachhaltigkeitsaspekte. Dazu gehörte neben Vorträgen und Expertenrunden insbesondere der aktive Erfahrungs- und Meinungsaustausch der Teilnehmer untereinander.

“Das Thema ESG wird neben den grundsätzlichen ökonomischen Anforderungen an Immobilienanlagen für institutionelle Investoren zunehmend eine gleichwertige Bedeutung gewinnen. Denn sowohl die Anforderungen der Mieter wie auch der Käufer und Verkäufer werden die Erfüllung von ESG-Kriterien Schritt für Schritt zu einem Mindeststandard machen”, erläutert Anja Strumpf, Initiatorin der ESG-Konferenz. “Ohne die Berücksichtigung von ESG-Kriterien läuft man heute Gefahr, in Zukunft nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein, mit seinem Unternehmen, seinen Anlageprodukten und am wichtigsten, seinen Immobilien.”

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