J.P. Morgan befragte 350 institutionelle Investoren zur Entwicklung von Kapitalmärkten, Anlageklassen und Regionen sowie zur geplanten Portfolio-Allokation.

Die Hälfte der befragten professionellen Anleger sieht Aktien in den kommenden drei Monaten als erfolgversprechendste Anlageklasse. Rund 21 Prozent setzen dagegen auf Gold, gefolgt von jeweils 10 Prozent für Hochzins-Anleihen und Alternative Anlagen. Für Barmittel (4 Prozent), Staatsanleihen (3 Prozent) und Unternehmensanleihen mit Investment Grade (2 Prozent) erwarten die wenigsten Befragten in den nächsten drei Monaten gute Chancen.

Die größten Sorgen bereitet den professionellen Investoren eine mögliche Blasenbildung durch das andauernde Niedrigzinsumfeld. Mit 27 Prozent an zweiter Stelle der befürchteten Risiken steht der Handelskonflikt. Befürchtete Rezessionen in den USA und Europa treiben 22 Prozent der Befragten Sorgenfalten auf die Stirn. Auch die Situation in China beschäftigt die professionellen Investoren (10 Prozent). Entwicklungen in den Schwellenländern, insbesondere Argentinien und der Türkei, verunsichern 4 Prozent der institutionellen Anleger. Brexit (3 Prozent) und Inflation (1 Prozent) rangieren auf den hinteren Plätzen.

J.P. Morgan erwartet, dass die Regierung in China durch ihr Konjunkturprogramm alles unternehmen wird, um eine harte Landung zu verhindern. Eine Rezession in den USA erwarten die Experten vom Asset Management nicht, allerdings steige aufgrund von Handelskonflikten und Brexit die Gefahr einer Rezession insbesondere in Deutschland.

Welche Veränderungen im Portfolio sind geplant?

Fast die Hälfte aller Befragten gab an, die Allokation in langfristige Wachstumsmärkte wie Gesundheitswesen, Technologie und Schwellenländer erhöhen zu wollen. 26 Prozent wollen in naher Zukunft vermehrt in defensivere Aktiensektoren (Versorgung, Telekommunikation, Immobilien) investieren. 11 Prozent der Befragten sieht das Portfolio bereits gut aufgestellt und plant kurzfristig keine größeren Anpassungen. Goldbestände wollen 6 Prozent der Befragten aufbauen. Rund 3 Prozent wollen indes Aktienbestände abbauen und Anleihen kaufen.

Mehr als die Hälfte der befragten institutionellen Investoren sieht im asiatischen Raum das vielversprechendste Potenzial (55 Prozent). 11 Prozent rechnen dagegen mit den höchsten Ertragschancen in den Schwellenländern in EMEA (Osteuropa, Mittlerer Osten, Afrika). USA und Japan werden von 9 beziehungsweise 6 Prozent der Befragten präferiert und Europa sowie Lateinamerika haben jeweils 3 Prozent der Stimmen bekommen. 12 Prozent der professionellen Anleger legen sich nicht auf einzelne Regionen fest und investieren nur global.

Value-Aktien sind gefragt

27 Prozent der Befragten setzt in den kommenden fünf Jahren auf Substanztitel (Value). An zweiter Stelle stehen kleine und mittelgroße Werte (Small-Midcap), gefolgt von Wachstumstiteln (Growth) sowie Dividendentiteln mit jeweils 19 Prozent. Nur 9 Prozent trauen dem Investmentstil Minimum Volatility, also Strategien mit sehr niedrigen Schwankungen, in den nächsten fünf Jahren die beste Wertentwicklung zu.

In Anbetracht der späten Zyklusphase empfiehlt J.P. Morgan Asset Management, in ausgewählte Substanzwerte zu investieren, da sich diese in der Vergangenheit in den anfänglichen Erholungsphasen nach einer Baisse tendenziell gut entwickelt haben. In Anbetracht des Potenzials für weitere rasche Fortschritte und gesunkenen Bewertungen sind nach Einschätzung der Experten aber auch Wachstumsmärkte als Kombination sehr interessant.

Das Berater-Barometer von J.P. Morgan Asset Management basiert auf einer Befragung von über 350 professionellen Investoren im September 2019 in zwölf Städten.

 

 

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