Wann, wo und wie Nachhaltigkeitsansätze mithilfe von ESG-Kriterien zu Überrenditen führen, zeigt eine aktuelle Studie von Amundi.

Welchen Einfluss haben ESG-Kriterien (Environment, Social und Governance) aktuell auf die Portfolio-Performance? Dieser Frage ging Amundi Asset Management von Anfang 2018 bis Mitte 2019 zum zweiten Mal nach. Hierfür analysierte die Fondsgesellschaft die Wertentwicklung von 1.700 Unternehmen aus fünf Anlageuniversen. dpn hat die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

  1. Eine transatlantische Kluft

In Nordamerika ist laut Amundi seit 2018 ein Rückgang bei der Generierung von Überrenditen in allen drei ESG-Sektoren zu verzeichnen gewesen. Der Faktor „Umwelt“ (E-Säule) habe sich dabei sogar negativ auf die Wertentwicklung ausgewirkt. In Europa hatte die Berücksichtigung von ESG-Kriterien hingegen weiterhin sehr positive Auswirkungen auf die Portfolio-Rendite, mit besonders starker Alpha-Generierung in der E- und der S-Säule („Soziales“).

Zuvor hatten Portfolios in den beiden Regionen jeweils vergleichbare Reaktionen auf ESG-Kriterien gezeigt. Das war das Ergebnis der ersten Studie von Amundi, in der die Fondsgesellschaft ESG-Investitionen zwischen 2010 und 2017 analysierte. Laut der Studie führte ESG-Investing von 2010 bis 2013 sowohl in Europa, als auch in Nordamerika zu einer schwächeren und ab 2014 zu einer stärkeren Wertentwicklung.

  1. Aus absolut wird relativ

Auch die Anlagestrategien scheinen sich in Bezug auf ESG geändert zu haben. So beobachtete die Fondsgesellschaft, dass nicht mehr nur die Auswahl und der Ausschluss von Best- und Worst-in-Class-Titeln eine Rolle spielten. Die Performance würde auch durch die Entwicklung so genannter Second-to-Worst-in-Class-Aktien beeinflusst werden. Anleger hätten seit 2018 somit neben gut bewerteten Unternehmen auch solche in Betracht gezogen, bei denen sich eine ESG-Verbesserung abzeichnete.

  1. Aktive ESG-Anlagestrategien von Nöten

Wegen der zunehmenden Dynamik und wegen der fortgeschrittenen Einpreisung von ESG-Kriterien habe es beim passiven Fondsmanagement eine leichte Verringerung der Überrendite gegeben, teilt Amundi mit. Daraus ließe sich ableiten, dass ein aktives Fondsmanagement zur Einbeziehung ökologischer, sozialer und Governance-Faktoren notwendig sei.

  1. Investoren legen mehr Wert auf soziale Faktoren

Die S-Säule hatte laut Amundi in der Messung von 2014 bis 2017 am wenigsten Alpha generiert. Besonders erfolgreich seien in dieser Periode der Umwelt-Faktor in Nordamerika und Governance in Europa gewesen. Dies habe sich nun geändert: Seit 2018 habe das Kriterium „Soziales“ den größten Renditebeitrag gebracht.

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