Unzuverlässige und intransparente Daten stellen für viele institutionelle Asset Owner eine Herausforderung dar. Das ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen globalen Studie von Franklin Templeton.

Institutionelle Investoren fordern eine zuverlässigere Datenoffenlegung und -standardisierung im Bereich Environmental, Social and Governance (ESG). Denn Verbesserungen hinsichtlich Transparenz und Daten-Standardisierung gelten als wichtige Katalysatoren für eine erfolgreiche ESG-Umsetzung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen globalen Studie von Franklin Templeton.

Die Studie beschäftigte sich mit der Einführung, Implementierung und Entwicklung von ESG durch institutionelle und Wholesale Asset Owner in Nordamerika, Europa und APAC (Asien-Pazifik). Das Ergebnis: Unzuverlässige und intransparente Daten stellen für viele institutionelle Asset Owner eine Herausforderung dar und verstärken die Nachfrage nach konsistenteren und transparenteren Informationsquellen.

So geben zwei Fünftel (39 Prozent) der globalen institutionellen Investoren einen Mangel an akzeptablen politischen Rahmenbedingungen als größte Herausforderung bei der ESG-Integration an. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) nennt dagegen den Mangel an qualitativ hochwertigen Daten zur Unterstützung von Entscheidungen als Hindernis. Institutionelle Anleger sind folglich der Ansicht, dass die Offenlegungsstandards durch bessere Verfahren und eine stärkere Durchsetzung der Rechtsvorschriften verbessert werden müssen.

“Die Studie unterstreicht die Erkenntnis, dass robuste, messbare und vergleichbare Datenangaben und gemeinsame Standards entscheidend sind, um die tiefere Anwendung von ESG zu unterstützen. Dies wurde insbesondere in Europa von Politikern und Regulierungsbehörden mit dem EU-Aktionsplan für nachhaltige Finanzierungen belegt. Dies bietet die Möglichkeit für ein breiteres Engagement und eine engere Zusammenarbeit zwischen Vermögensverwaltern, Asset Owner und Unternehmen, um verbesserte und relevante ESG-Informationen zu erreichen. Erfreulicherweise belegt die Studie die Ausweitung der ESG-Grundsätze auf Alternativen wie Private Equity und Infrastruktur, was wir für eine positive Entwicklung halten, da das Potenzial für wenig genutzte Wachstumschancen besteht.”

Julie Moret, Head of ESG bei Franklin Templeton

Soziale Fragen werden seltener berücksichtigt

Asset Owner, insbesondere in Europa und Nordamerika, äußern den Wunsch, sich mit sozialen Fragen zu befassen. Diversität und Menschenrechte sind dabei die wichtigsten sozialen Faktoren, die von 57 Prozent der anspruchsvollen Investoren berücksichtigt werden. Allerdings werden soziale Fragen allgemein seltener berücksichtigt als Umwelt- oder Governance-Fragen.

Bei der Integration von ESG in ihren Anlageentscheidungen sehen institutionelle Anleger eine Reihe von Vorteilen. Mehr als zwei Drittel der institutionellen Investoren (69 Prozent) sehen den größten Vorteil in der Risikominderung, gefolgt von einer Verbesserung der finanziellen Renditen (60 Prozent). Allerdings meinen 30 Prozent der Befragten, darunter auch einige der anspruchsvolleren Investoren der Umfrage, dass die ESG-Integration die Rentabilität von Portfolios negativ beeinflussen und niedrigere Renditen liefern kann.

“Es ist positiv zu sehen, dass die Mehrheit der befragten institutionellen Investoren glaubt, dass die ESG-Integration die finanziellen Erträge steigern kann. Wir sehen nun ein wachsendes Interesse daran, wie ESG in alternativen Anlagen eingesetzt wird, von Sachwerten wie Infrastruktur und Private Equity. Dies zeigt die wachsende Komplexität der Anleger in Bezug auf das Wissen und die Fähigkeiten von ESG – ein Trend, den wir im Gespräch mit unseren Kunden beobachten. Allerdings ist eine kontinuierliche Weiterbildung der Anleger erforderlich, um sicherzustellen, dass ESG-Überlegungen effektiv angewendet werden, um so institutionellen Anlegern zu helfen, ihre Ziele zu erreichen.”

Matthew Williams, Head of Institutional Sales, EMEA bei Franklin Templeton.

Die Umfrage ergab auch, dass sich die relative Bedeutung, die den Faktoren Umwelt (E), Soziales (S) und Governance (G) beigemessen wird, im Laufe der Zeit verändert hat, wobei E-Themen den Schwerpunkt bilden. Insbesondere der Klimawandel und die ökologische Nachhaltigkeit werden heute von 78 Prozent und 62 Prozent der Befragten weltweit als vorrangig eingestuft. Die regionalen Prioritäten sind jedoch unterschiedlich und werden durch die lokalen Marktstrukturen geprägt.

 

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