Deutsche institutionelle Investoren erhalten neue Möglichkeiten, abseits von Aktien- und Rentenmärkten zu investieren.

In den USA gehört Hamilton Lane zu den Big Playern unter den Privatmarkt-Investoren. Weltweit verwaltet die Gesellschaft aus Philadelphia ein Vermögen von über 900 Milliarden US-Dollar für mehr als 800 Kunden. In Deutschland ist der Kundenstamm noch sehr klein, das soll sich aber ändern. Nach dem Brexit sei Deutschland für Hamilton Lane von noch größerer Bedeutung, berichtet Ralph Aerni, Head of Client Solutions EMEA und Mitglied der Geschäftsführung von Hamilton Lane Deutschland, im Gespräch mit dpn. Von hier aus werde mit Bafin-Lizenz das Europa-Geschäft vorangetrieben.

Ein paar deutsche Versicherer und Family-Offices konnten die US-Amerikanern bereits gewinnen. Potenziellen Kunden will Aerni die Größe und den Investmentansatz des Unternehmens, die breite und tiefe Investitionsplattform, aber auch das Standing der Gesellschaft vermitteln. „Wir sind in allen Privatmarkt-Assetklassen zuhause“, so der Schweizer, „Private Equity, Private Debt, Infrastruktur, Immobilien sowie Impact- und Secondary-Strategien.“ Pro Jahr werden rund 30 Milliarden US-Dollar in Fonds investiert und rund 7 Milliarden US-Dollar in Co-Investments und Secondaries. Das Hauptgeschäft sind sogenannte Separately Managed Accounts. Der andere, schnell wachsende, Geschäftsbereich ist die gemischte Fondsplattform des Unternehmens.

Einfluss auf Fondsmanager

„Dank unseres umfangreichen Deal Flows – unser Team war im vergangenen Jahr bei mehr als 1.200 Fonds aktiv – und unserer 550 Beiratsmandate unterhalten wir enge Geschäftsbeziehungen zu unseren Fondsmanagern“, erläutert Aerni. Dies sei die Basis für die Auflage eigener Fonds von Hamilton Lane, die jetzt auch in Deutschland vertrieben werden. Über sie investiert die Gesellschaft als Co-Investment zusammen mit Sponsoren direkt in Firmen und Kredite, wobei auch Portfolios im Sekundärmarkt gekauft werden.

Diese Co-Investment-Strategie führt zu einer breiten Diversifizierung der Fonds. So machen die beiden größten Position im Evergreen-Fonds Global Private Asset Fund lediglich jeweils 2,4 Prozent des Gesamtvolumens von gut 2 Milliarden US-Dollar aus. Aerni bezeichnet den Fonds als „semiliquides“ Produkt mit monatlichen Rückzahlungsmöglichkeiten. Die Mindestanlagesumme ist mit 125.000 Euro vergleichsweise gering. Seit Auflage im Frühjahr 2019 steht ein Renditeplus von jährlich 15 Prozent.

ESG-Plattform geht an den Start

Natürlich spielt auch das Thema ESG eine zentrale Rolle in jedem Investmentprozess. Aber auch technologisch will Hamilton Lane hier Akzente setzen: Das Startup Novata, an dem die Gesellschaft beteiligt ist, entwickelt eine ESG-Technologieplattform, auf der weltweit alle Firmen ihre ESG-Daten teilen können. Die Transparenz für Nachhaltigkeitsanlagen würde sich damit spürbar erhöhen. Ob die Plattform ein Erfolg wird, bleibt abzuwarten. Sie wird derzeit in den Markt eingeführt.

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