Die Inflation und steigende Zinsen haben 2022 die Märkte belastet, und auch das erste Halbjahr 2023 wird schwierig bleiben. Doch die Daten des „Hamilton Lane Market Overview 2023“ zeigen, dass Private Markets auch in früheren Phasen des Abschwungs im Vergleich zu Aktienmärkten bessere Ergebnisse erzielt haben und gerade in angespannten Marktsituationen eine besonders gute Performance aufweisen.
Obwohl steigende Zinsen und die Inflation Druck ausübten im Jahr 2022, belegen die Daten der Untersuchung zum dritten Quartal 2022, dass die Privatmärkte insgesamt robuster waren als die öffentlichen Märkte. Sie übertrafen diese deutlich, in einigen Fällen um mehrere 1.000 Basispunkte (Stand 3. Quartal 2022). So lag der Buyout-Bereich laut Hamilton Lane fast 2.050 Basispunkte über dem S&P 500, wohingegen Infrastruktur und Immobilien den FTSE All Equity REITs Index sogar um mehr als 3.400 Basispunkte übertrafen.
Die Daten des Market Overview zeigen, dass die Bewertungen an den Privatmärkten Anfang 2022 in den meisten Branchen deutlich unter den Bewertungen von vergleichbar gehandelten Assets lagen. Im Laufe des Jahres näherten sich die Bewertungsmultiplikatoren für öffentliche und private Assets an. Die operative Performance war solide und übertraf die vergleichbarer börsennotierter Assets. Des Weiteren war zu beobachten, dass die Manager beim Verkauf ihrer Investments tendenziell eine Prämie auf den Buchwert erzielten. Diese Fakten deuten darauf hin, dass es gegenwärtig weder eine generelle Über- noch Unterbewertung bei Private Assets gibt und sie räumen auch mit den Zweifeln auf, dass Private Markets heute überbewertet sind.
Wo investieren: Private Credit, Sekundärmarkt und Infrastruktur
Trotz des herausfordernden Investment-Umfelds bieten die Privatmärkte Chancen für Anleger, so der Market Overview. Besonders interessant sind die Bereiche Private Credit, Sekundärmarkt und Infrastruktur. Die Renditen von Private Credit haben sich laut den Daten von Hamilton Lane in unterschiedlichen Marktzyklen stets robust gezeigt. Da die meisten Private Credits variabel verzinst sind, profitieren sie in der Regel von steigenden Zinsen. Hamilton Lane geht davon aus, dass dies auch im derzeitigen Zinsumfeld der Fall sein wird. Es gibt zahlreiche zyklische und längerfristige Gründe, die dafür sprechen, dass Private Credit einen permanenten und wachsenden Anteil am Kreditgeschäft hat, inklusive der Tatsache, dass sich die Banken mehr und mehr aus der Finanzierung von Private Equity Deals zurückgezogen haben. Gleichzeitig besteht jedoch von Seite der Private-Equity-Investoren eine enorm hohe Nachfrage nach Fremdkapital.
Im Sekundärmarkt übersteigt derzeit das Angebot die Nachfrage beträchtlich und die Preise sinken. Da das Angebot noch zunimmt, wird sich die Situation für Käufer vermutlich weiter verbessern. In dieser Anlageklasse beobachten die Experten von Hamilton Lane besonders innovative Ausstiegs- und Liquiditätsoptionen. Laut Hamilton Lane hat kaum ein anderer Investmentbereich so viel Rückenwind wie Infrastruktur. Weltweit haben Regierungen erkannt, dass der Wiederaufbau und die Verbesserung ihrer Infrastruktur gesellschaftlich notwendig und gleichzeitig ein Wettbewerbsvorteil sind. Hamilton Lane erwartet daher, dass sich für Investoren im Bereich Infrastruktur weiterhin interessante Anlagemöglichkeiten bieten, vor allem bei Assets, die die Energiewende beschleunigen. Die Vertragsstrukturen, die für viele Arten von Infrastrukturinvestments charakteristisch sind, können auch einen Schutz gegen die Inflation bieten – sollte diese weiter steigen.
