Infrastruktur braucht Diversifikation

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Die OECD schätzt, dass bis 2030 weltweit rund 50 Billionen US-Dollar für Infrastrukturinvestments benötigt werden. Diese gigantische Herausforderung können die häufig klammen Staaten allein nicht bewältigen. Einspringen sollen institutionelle Investoren mit ihrem grossen Anlagebedarf. Vor allem sogenannte Brownfield Investments – bereits realisierte Projekte oder Anlagen kurz vor der Inbetriebnahme – gelten aufgrund des stabilen Cashflows und der Langfristigkeit als attraktiv.

In einem Research-Paper („Infrastrukturinvestitionen für institutionelle Investoren“) hat sich das Schweizer Beratungsunternehmen PPCmetrics diese Asset-Klasse näher angesehen. Demnach ist Diversifikation zentral und kotierte Infrastrukturfonds würden sich für Institutionelle „primär nicht eignen“.

Was dann? Bei dieser Investitionsform gelte es, die Illiquidität, die tendenziell hohen Vermögensverwaltungsgebühren sowie Probleme bei der Renditeberechnung zu berücksichtigen. Es braucht also zuerst ein klar definiertes Anlageziel. So sollten Investoren nicht nur in Brownfield-Projekte investieren, sondern auch Greenfield-Anlagen beimischen. Letztere sind Projekte in der Planungs- oder Konstruktionsphase. Greenfield-Investments haben in der Regel ein höheres Gewinnpotenzial, und weisen laut PPCmetrics nur „unwesentlich erhöhte Risiken“ auf.

Stochern im Benchmark-Nebel

Zu euphorisch sollten Institutionelle aber auch nicht sein: Ein zu hoher Anteil von Infrastruktur im Portfolio erschwere das Rebalancing – vor allem in Krisenzeiten. Wichtig sei auch eine regionale Diversifizierung wegen der unterschiedlichen politischen Risiken in den verschiedenen Ländern, ebenso eine Aufteilung nach Sektoren unter Beachtung der Wirtschaftszyklen.

Was bei Infrastrukturinvestments erschwerend hinzukommt, ist die Performancebewertung. Es fehlen die Daten über einen längeren Zeitraum sowie etablierte Benchmarks oder Performanceindikatoren. Was es dazu gibt, ist laut PPCmetrics alles mit Vor-und Nachteilen behaftet. Die Berater empfehlen daher einen ökonomischen Ansatz mit Risikoprämien. Und sie warnen vor zu hoch gesteckten Erwartungen: Die gestiegene Nachfrage führe dazu, dass die Renditen von Infrastrukturinvestments künftig tiefer ausfallen dürften.

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