HUK-Coburg setzt Alternatives-Ausbau fort

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Von einem „herausfordernden Jahr“ 2023 für die HUK-COBURG Versicherungsgruppe sprach Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann zu Beginn der Bilanzmedienkonferenz des Versicherers am Dienstag (09. April). Zwar konnte die führende Marktposition in der Autoversicherung verteidigt und ein insgesamt ein erfreuliches Bestands- und Beitragswachstum erzielt werden. Mit den Erträgen des KFZ-Geschäfts zeigte sich Hartmann aber wenig zufrieden. Hinter den Erwartungen zurück blieb auch der Kapitalanlagebestand, der 2023 mit 2,1 Prozent leicht schwächer als prognostiziert stieg und 39,69 Milliarden Euro erreichte. Dessen Anteil an der gesamten Bilanzsumme sank leicht von 95,7 auf 95,0 Prozent).

Einen deutlichen Zuwachs verzeichnete der Versicherer bei den Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen, deren Bestand um 8,6 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro kletterte. Laut Geschäftsbericht ist dies vor allem dem fortgesetzten Ausbau der alternativen Anlageklassen (Private Equity, Infrastruktur, Immobilien) zu verdanken, wodurch sich die Quote dieses Segments von 3,8 auf 4,1 Prozent erhöhte. In der Asset-Klasse Aktien sank sie hingegen von 33 auf 32 Prozent, der Bestand nicht festverzinslicher Wertpapiere ging um 1,0 Prozent auf 12,69 Milliarden Euro zurück. Wie in den Vorjahren bildeten auch 2023 festverzinsliche Wertpapiere den Hauptanteil am Kapitalanlagenbestand. Ihr Anteil stieg um 7,0 Prozent auf 14,39 Milliarden Euro, die Quote erhöhte sich von 34,6 auf 36,3 Prozent. Angesichts eines sehr hohen Anteils an Anlagen mit einem Investment-Grade-Rating und entsprechend guten Bonitäten hatte die HUK-Coburg im Berichtsjahr keine Ausfälle zu beklagen. Den stärksten Anstieg verzeichneten die Einlagen bei Kreditinstituten. Sie erhöhten sich um 9,4 Prozent, machen mit 211,4 Millionen Euro aber nur einen sehr geringen Anteil von lediglich 0,5 Prozent der gesamten Kapitalanlagen aus.

Kapitalanlagebestand HUK-Coburg 2023 vs. 2022

Quelle: Geschäftsbericht HUK-COBURG

Deutlich positiver als der Bestand hat sich 2023 das Ergebnis aus der Kapitalanlage entwickelt. Befeuert von den kräftigen Kursgewinnen bei Aktien und dank den Zinsrückgangs auch bei Renten stieg es um 86,2 Prozent auf 931,1 Millionen Euro. Unter dem Einfluss von Wertsteigerungen und Fondsthesaurierungen erhöhten sich die Erträge aus Zuschreibungen um starke 270,6 Prozent auf 242,0 Millionen Euro. Auf der anderen Seite konnten aufgrund der positiven Kapitalmarktentwicklung die Abschreibungen auf 205,7 Millionen Euro in etwa halbiert werden.

Besser als erwartet entwickelte sich der Geschäftsbereich Lebensversicherung, der mit einer Steigerung des Kapitalanlageergebnisses um 62,4 Prozent auf 228,3 Millionen Euro einen deutlichen statt des prognostizierten leichten Anstieges verzeichnete. Ursächlich dafür war in erster Linie die Reduzierung der Abschreibungen um rund drei Viertel auf nur noch 17,6 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen die Erträge aus Zuschreibungen massiv von 1,4 Millionen auf 32,7 Millionen Euro, die Erträge aus anderen Kapitalanlagen verbesserten sich um 8,3 Prozent auf 202,0 Millionen Euro.

Im Geschäftsbereich Krankenversicherung hat sich das Kapitalanlageergebnis sogar fast verdoppelt: Es stieg um 94,7 Prozent auf 240,2 Millionen Euro. Auch hier wurde die Entwicklung von um 73,6 Prozent auf 21,3 Millionen Euro gesunkenen Abschreibungen dominiert. Die laufenden Erträge stiegen in Folge der positiven Kapitalmarktentwicklung um 14,6 Prozent auf 223,1 Millionen Euro, die Erträge aus Zuschreibungen vervielfachten sich von 0,8 Millionen auf 47,9 Millionen Euro.

Noch besser als das Kapitalanlageergebnis aus dem Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft, das insgesamt um 77,5 Prozent auf 468,5 Millionen Euro zulegte, entwickelt sich das Kapitalanlageergebnis aus dem Schaden- und Unfall- sowie sonstigen Geschäft. Mit einem Zuwachs um 95,8 Prozent auf 462,6 Millionen Euro konnte es sich fast verdoppeln. Für das laufende Jahr zeigt sich der Versicherer aber spürbar zurückhaltender. Er geht von Zinsen oberhalb des Niveaus zum Jahresende 2023 aus und erwartet „etwas höhere Aktienkurse“. Insgesamt erwartet der Vorstand, „dass bei einem leicht steigenden Kapitalanlagebestand das Kapitalanlageergebnis deutlich geringer ausfällt.“

Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

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