Aktien und Anleihen schlossen im August 2022 wieder im roten Bereich. Das zeigt sich auch an den Renditen auf den Kapitalanlagen der Schweizer Pensionskassen: Die Kassen haben seit Jahresbeginn Minusrenditen von rund -7,9 Prozent erzielt.

Die etwa 70 Schweizer Pensionskassen im Sample der UBS erzielten im August eine durchschnittliche Performance von -1,45 Prozent nach Gebühren. Damit beträgt die Rendite seit Jahresbeginn -7,87 Prozent. Seit Messbeginn 2006 steht die Rendite nun bei 64,16 Prozent.

Die Bandbreite der Performance aller Pensionskassen lag im letzten Monat bei 2,41 Prozentpunkten. Das beste Ergebnis von -0,18 Prozent wie auch das schlechteste Ergebnis von -2,59 Prozent lieferte jeweils eine kleine Pensionskasse mit weniger als 300 Millionen Franken verwalteten Vermögen. Die Bandbreite der mittleren Pensionskassen mit verwalteten Vermögen zwischen 300 Millionen und einer Milliarde Franken war mit 1,63 Prozentpunkten am kleinsten. Bei den grossen Pensionskassen mit verwalteten Vermögen über einer Milliarde Franken Vermögen belief sie sich auf 2,17 Prozentpunkte.

Die Sharpe Ratio (der letzten 36 Monate) lag mit durchschnittlich 0,46 tiefer als im Vormonat (0,54). Die grossen Pensionskassen (0,53) und die mittleren (0,50) wiesen eine höhere risikoadjustierte Rendite auf als die kleinen (0,37).

Aktien und Anleihen rentierten im August schlecht

Aktien und Anleihen performten im August schlecht: Anleihen in Schweizer Franken zu -2,82 Prozent, Anleihen in Fremdwährung zu -1,25 Prozent, Schweizer Aktien zu -3,37 Prozent und Internationale Aktien zu -1,26 Prozent. Die Immobilien waren mit 0,22 Prozent leicht im Plus. Die alternativen Anlagen rentierten ebenfalls positiv, vor allem die Hedge Funds schlossen mit 2,51 Prozent am besten ab. Private Equity und Infrastructure trugen 0,72 Prozent Performance bei.

Inflation ist noch nicht unter Kontrolle

Nach erfreulicheren Wirtschaftsindikatoren und besserer Perfomance im vergangenen Juli gab es Hoffnung, dass die Zentralbanken «Peak Inflation» verkünden und ihren bis anhin strammen Schritt der Zinsanstiege etwas entspannen würden. Im August mussten diese Erwartungen jedoch revidiert werden. Am Zentralbanktreffen in Jackson Hole betonte Fed-Chef Jerome Powell, dass es noch weitere Arbeit erfordere, bis die Inflation unter Kontrolle sei, und somit auch Einschnitte für Wirtschaft und Haushalte nicht auszuschliessen seien.

Die Ökonomen der UBS gehen davon aus, dass die amerikanische Zentralbank die Zinsen in diesem Jahr nochmals um insgesamt 100 Basispunkte anheben wird; bei der Europäischen Zentralbank erwarten sie die Leitzinsen Ende Jahr über ein Prozent, und die Schweizerische Nationalbank dürfte bei ein Prozent stehen. Die Volatilität an den Märkten dürfte entsprechend hoch bleiben.

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