78 Prozent der europäischen Private-Equity-Gesellschaften und ihrer Portfoliounternehmen verfügen über ESG-Investitions- und Portfoliomanagement-Prozesse. Darunter ist der Anteil der Buyout-Unternehmen mit 90 Prozent noch höher. Die Zahlen veranschaulichen, dass die europäische Private-Equity-Industrie einen Fokus auf ESG verfolgt. Auch bringen sich mehr Private-Equity-Manager in Europa in Sachen Engagement ein. Ebenso unternimmt die Branche mehr, um den Klimawandel zu bekämpfen und um die Zahl der Frauen in ihren Unternehmen zu erhöhen.
Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Environmental, Social, Governance (ESG) Key Performance Indicator 2024“ von Invest Europe. Der Verband vertritt Europas Private-Equity-, Venture-Capital- und Infrastrukturbranche sowie deren Investoren. Befragt wurden Private-Equity- und Venture-Capital-Firmen in Europa. Der Report enthält Daten von 1.057 Unternehmen für das Jahr 2022. Laut Invest Europe decken die teilnehmenden Gesellschaften 66 Prozent des gesamten administrierten Kapitals in Europa in diesem Jahr ab.
Die Studie weist zudem aus, dass Frauen im Durchschnitt 38 Prozent der Vollzeitäquivalentpositionen in den untersuchten Unternehmen innehatten. Das bedeutet eine Steigerung um 3 Prozentpunkte gegenüber der Vorjahresstichprobe. Frau bekleideten im Jahr 2022 im Durchschnitt 26 Prozent der Vorstandsmandate in der untersuchten Industrie.
Zudem hatten 12 Prozent der Portfoliounternehmen im Jahr 2022 Netto-Null-Verpflichtungen. Der Vergleichswert für Buy-outs beträgt sogar 20 Prozent. Konkret haben die Firmen ihren Verbrauch von erneuerbaren Energien anteilig erhöht. Dabei ist die Zahl der Unternehmen, die in ihrem Betrieb mehr als 80 Prozent erneuerbare Energien nutzen, in zwei aufeinanderfolgenden Jahren um 10 Prozentpunkte gestiegen – so die Studienautoren.
Eric de Montgolfier, CEO von Invest Europe, kommentiert die Ergebnisse: „Fortschritte bei Themen wie Klimawandel und Vielfalt beginnen mit Engagement und Engagement. Die Tatsache, dass immer mehr Unternehmen die Auswirkungen ihrer Geschäfte anhand einer Reihe detaillierter ESG-Leistungsindikatoren messen, zeigt, dass die europäische Private-Equity- und Risikokapitalbranche wirklich auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards setzt.“
Dr. Guido Birkner ist Chefredakteur von dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seit dem Jahr 2000 ist er für die F.A.Z.-Gruppe tätig. Zunächst schrieb er für das Magazin „FINANCE“, wechselte dann als Studienautor 2002 innerhalb des F.A.Z.-Instituts zu den Branchen- und Managementdiensten, später zu Studien und Marktforschung. Von 2014 bis 2020 verantwortete er redaktionell den Bereich Human Resources in der F.A.Z. BUSINESS MEDIA GmbH. Seit Juli 2019 gehört er der dpn-Redaktion an.

