Versicherer stehen vor neuen Herausforderungen

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BlackRock hat in der vergangenen Woche den zwölften Global Insurance Report veröffentlicht. „Zwei Jahre nach dem Ende der Corona-Pandemie fällt der diesjährige Bericht in eine Zeit, in der fünf strukturelle Megakräfte den Konjunkturausblick beeinflussen: die alternde Bevölkerung, der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft, die globale Fragmentierung, die sich verändernde Rolle von Banken und anderer Finanzdienstleister sowie die digitale Disruption“, kommentiert Mark Erickson, Global Head of Financial Institutions Group beim weltweit größten Vermögensverwalter. „Zusammen mit den anstehenden Änderungen des Regulierungs- und Rechnungslegungsrahmens für Versicherer ergeben sich daraus neue Herausforderungen, aber auch interessante Möglichkeiten, die Chief Investment Officer und andere Anleger nutzen können.“

Mehr Privatmarktinvestitionen, aber weniger Private Equity

Dem Report, an dem 378 Führungskräfte aus Versicherungsunternehmen rund um den Globus mit einem verwalteten Gesamtvermögen von knapp 29 Billionen US-Dollar teilnahmen, zufolge passen sich die Versicherungsgesellschaften an das gegenwärtig schwierige Makroumfeld an. Das wichtigste Thema bleibt die Inflation: Für 71 Prozent der Befragten ist sie das zweite Jahr in Folge die überraschendste wirtschaftliche Entwicklung. 59 Prozent bereitet die Gefahr einer Rezession Anlass zur Sorge und mit 55 Prozent hält mehr als die Hälfte der globalen Assekuranz finanzielle Einbrüche im Bankensektor für wahrscheinlich. Besonders jenseits des Atlantiks stehen die Kreditinstitute im Fokus: 77 Prozent der Befragten aus Nordamerika äußern Sorge hinsichtlich deren Stabilität und Finanzlage.

Als Reaktion auf diese Entwicklungen setzen die Versicherungsgesellschaften auf eine flexible strategische Vermögensallokation, um Anlagechancen an privaten und öffentlichen Märkten zu nutzen und in den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu investieren. Während sich die Allokation kaum verändert hat, ist bei den Zuteilungen in festverzinsliche Wertpapiere und Privatmarktanlagen eine höhere Qualität zu beobachten. Obwohl sie an den öffentlichen Märkten inzwischen Renditen erzielen, wolle 89 Prozent der Befragten ihre Investitionen an den Privatmärkten selektiv erhöhen. 60 Prozent planen eine Aufstockung der Allokation im Bereich Direct Lending. Mit einer Reduzierung der Engagements bei Immobilienanleihen und -aktien sowie Private Equity rechnet über ein Drittel der Versicherer.

Nachhaltigkeit und Technologie im Fokus

Nachhaltigkeitsüberlegungen spielen eine tragende Rolle bei den Anlageüberlegungen der befragten Gesellschaften. 62 Prozent gehen davon aus, dass die besten Anlagechancen aus der Umstellung auf eine saubere Energieinfrastruktur resultieren. Gleichzeitig birgt die Umsetzung nachhaltiger Anlagestrategien aber auch Herausforderungen. Für 54 Prozent stellt die Marktvolatilität die größte Herausforderung dar.

Um dem gesamtwirtschaftlich und regulatorisch immer komplexer werdenden Umfeld Rechnung zu tragen, setzen die Versicherungsgesellschaften zunehmend auf Technologie. Für 47 Prozent ist in den kommenden zwei Jahren das Risikomanagement Grund für Investitionen in Technologie. Ebenfalls 47 Prozent ziehen Technologie in Betracht, um die betriebliche Effizienz zu steigern und die Kosten zu senken. Weiter Gründe sind die Berücksichtigung von Klimarisiken (38 Prozent) und die Einhaltung von Vorschriften und Berichtsanforderungen (45 Prozent). Auf die Frage, in welchen Bereichen Technologie den Wert ihrer strategischen Allokation steigern kann, wurden die Automatisierung von Arbeitsabläufen (45 Prozent), die Berücksichtigung von Verbindlichkeiten (42 Prozent) und die Modellierung von Alternative Investments im Rahmen der strategischen Allokation (35 Prozent) als Schwerpunktbereiche genannt.

Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

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