Der seit Januar 2025 geltende neue Höchstrechnungszins von 1,0 Prozent bringt deutliche Verbesserungen für Versicherte mit sich. Besonders bei Rentenversicherungen zeigen sich spürbare Auswirkungen: Die Rentenfaktoren steigen im Durchschnitt um beachtliche 12 Prozent. Diese positive Entwicklung betrifft nicht nur Neuverträge, sondern kommt auch Bestandskunden zugute, die sich noch in der Ansparphase befinden. Der Rentenfaktor, der die monatlich garantierte Rente pro 10.000 Euro Sparkapital festlegt, wird dabei flexibel bis zum Rentenbeginn angepasst.
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Auswirkung: Bei einem Rentenfaktor von 30 erhält der Versicherte für ein angespartes Kapital von 10.000 Euro eine lebenslange monatliche Rente von 30 Euro. Mit den nun gestiegenen Rentenfaktoren verbessert sich diese Garantieleistung entsprechend.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat diese Entwicklung in einer umfassenden Analyse von 232 verschiedenen Tarifen bestätigt. Michael Fauser, Vorsitzender des GDV-Ausschusses für Mathematik und Produktfragen, bezeichnet diese Entwicklung als „klaren Gewinn für Versicherte“. Die Erhöhung des Höchstrechnungszinses wirkt sich dabei nicht nur auf Rentenversicherungen aus. Auch in anderen Versicherungsbereichen wie der Berufsunfähigkeitsversicherung und der Risikolebensversicherung sind die Garantieleistungen um bis zu 9 bzw. 6 Prozent gestiegen.
Goran Culjak ist Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten. Davor arbeitete er bei PLATOW als Fachredakteur für Versicherung und Altersvorsorge und etablierte die Risikomanagementkonferenz. Der Diplom-Betriebswirt (FH) startete 2004 als Pressereferent bei Union Investment seine berufliche Laufbahn.

