Ende August fiel der Beschluss, die Schweizer Einheit der Credit Suisse komplett in die UBS zu integrieren. Jetzt gibt die Pensionskasse der Credit Suisse auf der eigenen Homepage bekannt, dass geprüft wird, „ob die beiden Pensionskassen von UBS und von Credit Suisse künftig allenfalls fusioniert werden sollen“. Noch vor einer Woche berichtete das Schweizer Finanzmedium tippinpoint davon, auf der eigenen Website berichte die Pensionskasse der Credit Suisse erstmals von einer „möglichen Liquidation der PK CS“. Dieser Eintrag wurde inzwischen offensichtlich von der Website der PK-CS entfernt.
Die Pensionskasse der Credit Suisse Group in der Schweiz ist rechtlich selbstständig und agiert als unabhängige Stiftung mit eigener Organisation und Bilanzierung. Sie verwaltetet nach eigenen Angaben ein Vermögen von rund 17 Milliarden Schweizer Franken (17,56 Euro). Damit ist sie eine der größten Schweizer Einrichtungen der zweiten Säule. Versichert sind mehr als 16.000 aktive Beschäftigte der Credit Suisse und ihrer Tochtergesellschaften, zudem beziehen mehr 10.000 Personen derzeit Rentenleistungen. Weiterhin verwaltet die CS-PK auch die Pensionskasse 2 und die Fürsorgestiftung der Credit Suisse Group (Schweiz). Nach eigenen Angaben sieht sich die Pensionskasse aktuell finanziell gut aufgestellt. Ihr technischer Deckungsgrad lag Ende Oktober 2023 bei rund 124,2 Prozent.
Die Pensionskasse der UBS ist mit einer Bilanzsumme von 27,8 Milliarden Franken (28,7 Milliarden Euro) zum Jahresende 2022, über 20.000 aktiven Versicherten und rund 16.000 Rentnerinnen und Rentnern deutlich größer ist. Gemeinsam verwalten die beiden Pensionskassen ein Vermögen von knapp 45 Milliarden Franken (46,5 Milliarden Euro).
Die angekündigte Integration der Credit Suisse in UBS hat keinen direkten Einfluss auf die eigenständige, operative Geschäftstätigkeit der Pensionskasse. Wir sind da für unsere Versicherten, wenn sie Fragen rund um ihre Vorsorge haben und treiben unsere Projekte voran, um ihnen den optimalen Vorsorgeschutz zu gewähren.
Auf ihrer Internetseite unterstreicht die PK-CS, dass die laufenden Renten nicht gefährdet sind. Für die aktiven Versicherten gelten die Leistungen gemäß Versicherungsausweis und die Wahlmöglichkeiten gemäss Leistungsreglement unverändert. Gleichzeitigt schließt die PK-CS Veränderungen des Vorsorgemodells oder der generellen Leistungen der Pensionskasse nicht generell aus. Schließlich wird die Federführung auch bei der Altersvorsorge bei der UBS liegen. Zur genauen Form der geplanten Fusion macht die PK-CS noch keine Aussagen. Die Verantwortlichen halten aber fest, dass „grundsätzlich keine sogenannte Verwässerung stattfinden darf“. Das heißt, die vorhandenen finanziellen Mittel dürfen nicht außerhalb des jetzigen Versichertenkreises verwendet werden.
Dr. Guido Birkner ist Chefredakteur von dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seit dem Jahr 2000 ist er für die F.A.Z.-Gruppe tätig. Zunächst schrieb er für das Magazin „FINANCE“, wechselte dann als Studienautor 2002 innerhalb des F.A.Z.-Instituts zu den Branchen- und Managementdiensten, später zu Studien und Marktforschung. Von 2014 bis 2020 verantwortete er redaktionell den Bereich Human Resources in der F.A.Z. BUSINESS MEDIA GmbH. Seit Juli 2019 gehört er der dpn-Redaktion an.

