13.01.2020 | Von Alexandra Jarchau

Rückblick auf den Wohninvestmentmarkt 2019

Das Transaktionsvolumen am Wohninvestmentmarkt nahm 2019 leicht ab. Der durchschnittliche Preis pro Wohneinheit stieg um sechs Prozent.

Bildquelle: AndreyPopov/iStock/GettyImages

Mit 16,3 Milliarden Euro machten im vergangenen Jahr Wohnimmobilien rund 20 Prozent des Transaktionsvolumens an den deutschen Immobilieninvestmentmärkten aus. Das errechnete CBRE in einer aktuellen Analyse. Hierfür erfasste der Immobiliendienstleister Wohnimmobilientransaktionen ab 50 Einheiten.

Geringeres Gesamtvolumen

Verglichen mit dem Jahr 2018 nahm das Gesamtvolumen des Wohninvestmentmarkts demnach um sechs Prozent ab. Das erklärt sich durch die Anzahl gehandelter Wohneinheiten: Diese ging laut dem Immobiliendienstleister 2019 um fast 13 Prozent auf 101.750 Einheiten zurück. Allerdings stieg der durchschnittliche Preis pro erworbene Wohneinheit um 5,8 Prozent auf 156.350 Euro. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis betrug 2.370 Euro – ein leichtes Plus von 1,2 Prozent.

Die größte Wohnimmobilientransaktion 2019 war der Verkauf des BGP Portfolios an die Union Investment in Kooperation mit ZBI Immobilien. Dieser fiel mit fast zwei Milliarden Euro für 15.600 Wohnungen kleiner aus als im Vorjahr. 2018 hatte die Vonovia die BUWOG übernommen und für den deutschen Teil 2,9 Milliarden Euro bezahlt. Das Minus wirkte sich laut CBRE entsprechend auf das gesamte Investitionsvolumen in dieser Asset-Klasse aus.

Forward Deals immer wichtiger

5,5 Milliarden Euro fielen laut CBRE am Wohninvestmentmarkt für Entwicklungen und Neubauten ab. Damit erreichte das Segment der Forward Deals einen Anteil von einem Drittel, was einem Anstieg um drei Prozentpunkte gegenüber 2018 entspricht.Für diese Entwicklung nennt der Immobiliendienstleister mehrere Gründe: Neben der verstärkten Produktknappheit bei Bestandsobjekten gebe es bei Neubauten weniger Mietpreisregulierungen. Zudem sei auch der Managementaufwand geringer als bei Bestandsportfolios, die gegebenenfalls verstreut sind. Darüber hinaus ließe die Regulierung in einigen Großstädten wie Berlin Investitionen in Randlagen attraktiver werden.

Wohninvestmentmarkt wird internationaler

Verglichen mit 2018 sank der Anteil internationaler Investoren 2019 um acht Prozentpunkte auf  13,3 Prozent. Deutsche Investoren engagierten sich indes vermehrt im Ausland. Dennoch hätten vor allem langfristig orientierte internationale wie auch deutsche institutionelle Investoren auf den fortwährenden Trend des Zuzugs in die deutschen Großstädte und deren Speckgürtel gesetzt.Auf dem deutschen Wohninvestmentmarkt habe sich 2019 auch die öffentliche Hand wieder stärker engagiert, so CBRE. Mit 1,9 Milliarden Euro stiegen die Investitionstätigkeiten im Vorjahresvergleich um fast 90 Prozent. Dabei investierten die öffentlichen Wohnungsunternehmen sowohl in Bestandsimmobilien als auch in Neubauten.Für 2020 geht der Immobiliendienstleister von einem Transaktionsvolumen oberhalb der 15 Milliarden Euro aus. Die Grundstimmung am deutschen Wohninvestmentmarkt sei weiterhin positiv. Der Mangel an Bestandsportfolios sowie der rückläufige Neubau werden laut CBRE aber voraussichtlich das Produktangebot hemmen.

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