Aktive Fondsmanager im Minensektor: Chancen und Nachhaltigkeit im Fokus

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Aktives Fondsmanagement im Bergbausektor, insbesondere bei Explorations- und Erschließungsunternehmen, bietet derzeit erhebliche Chancen aufgrund der Herausforderungen, Eigenkapital über Erstemissionen zu beschaffen. Infolge der Dominanz börsengehandelter Fonds (ETFs) sind aktive Fondsmanager in einer starken Verhandlungsposition und können günstige Bedingungen aushandeln. Sie investieren oft mit einem erheblichen Abschlag auf den Marktpreis und haben Einfluss auf die Unternehmensstrategie. Diese Investments sind von Bedeutung, da sie dazu beitragen, die Entdeckung und Erschließung wichtiger Mineralvorkommen für nachhaltige Technologien voranzutreiben. Chris Mahoney, Fondsmanager Gold & Silber bei Jupiter Asset Management, beantwortet zwei Fragen zum Thema:

Welche Gründe führen dazu, dass Investoren in den Bergbausektor aus Nachhaltigkeitsgründen oft ausschließen?

Mahoney: Rohstoffunternehmen werden manchmal als schmutzige Geschäfte angesehen. Nicht nur wird der Bergbau oft mit Öl und Gas in einen Topf geworfen, sondern die Anleger übersehen auch oft die Heterogenität innerhalb des Bergbaus, z. B. wird der Kupferbergbau mit dem Kohlebergbau gleichgesetzt. Viele Investoren gehen davon aus, dass der Bergbau nur negative externe Effekte wie hohe Emissionen und Wasserverbrauch hat. Das Bewusstsein für die verschiedenen positiven Auswirkungen, die der Bergbau haben kann, und die Bedeutung von Metallen wie Kupfer, Silber und Nickel für die Gesellschaft im Hinblick auf die Elektrifizierung und die Erreichung der Netto-Null-Ziele ist nicht ausreichend vorhanden. Natürlich gibt es im Bergbausektor einige schwarze Schafe: Unternehmen, die die Umwelt missachten, und solche, die nicht im besten Interesse aller Beteiligten handeln. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Unternehmen, die sich an bewährten Praktiken im Umweltmanagement orientieren und zum Nutzen aller Beteiligten arbeiten. Ein guter aktiver Fondsmanager investiert nur in die nachhaltigsten Bergbauunternehmen und kann sich auf solche Unternehmen konzentrieren, die die für eine nachhaltigere Welt benötigten Metalle produzieren.

Welche langfristigen Chancen bieten sich den aktiven Fondsmanagern in diesem Sektor?

Mahoney: Aktive Fondsmanager können sich auf höhere Metallpreise freuen, da der Markt die wachsende Nachfrage nach Gold, Kupfer und Silber widerspiegelt. Laut McKinsey wird beispielsweise erwartet, dass die weltweite Elektrifizierung die jährliche Kupfernachfrage bis 2031 um 46 Prozent auf 36,6 Millionen Tonnen steigern wird. Dieses Wachstum wird das Kupferangebot bei weitem übersteigen, das den Prognosen zufolge bei etwa 30,1 Millionen Tonnen liegen wird – eine Lücke von 6,5 Millionen Tonnen. Auch eine Studie der University of New South Wales geht davon aus, dass der Solarsektor bis 2050 zwischen 85 und 98 Prozent der weltweiten Silberreserven aufbrauchen könnte.

Viele Unternehmen im Bergbausektor werden aufgrund der höheren Metallpreise von einem Margenwachstum profitieren, was die Einnahmen ankurbeln wird, aber es gibt auch viel Potenzial dafür, die Rentabilität durch Kosteneinsparungen zu erhöhen, die sich aus dem verstärkten Einsatz von Technologien ergeben (Innovationen wie automatisierte Maschinen setzen sich im Bergbau immer mehr durch). Allerdings werden nicht alle Bergbauunternehmen gleichermaßen von den höheren Preisen profitieren. Aktive Manager, die über Fachwissen verfügen, können die idiosynkratischen Faktoren verstehen, die die Rentabilität eines Unternehmens bestimmen, und so nur in die Unternehmen investieren, deren Margen in einem höheren Preisumfeld steigen werden.

Aktive Manager können vom Konsolidierungstrend im Bergbausektor profitieren. Größere Bergbauunternehmen, die aufgrund unzureichender Investitionen in die Exploration mit schrumpfenden Reserven konfrontiert sind, kaufen kleinere Unternehmen auf, um deren Reserven zu erwerben, und wir gehen davon aus, dass das Tempo dieser Übernahmen zunehmen wird. Gleichzeitig werden wir auch weiterhin einen stetigen Strom von Fusionen und Übernahmen sehen, die darauf abzielen, Synergien aus nahen beieinander liegenden Anlagen zu erzielen. Aktive Manager können erkennen, welche Unternehmen von der Konsolidierungswelle profitieren werden und ihre Portfolios entsprechend positionieren.

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