Das Jahr 2025 verlief für Private Equity deutlich schwächer als erwartet. In ihrer aktuellen Analyse blickt die Münchner Beratung Mackewicz & Partner auf das vergangene Jahr zurück und kommt zu ernüchternden Ergebnissen. Detlef Mackewicz führt dies auf den Liberation Day, ausbleibende Exits und deren negativen Einfluss auf das Fundraising zurück. Seit beinahe vier Jahren liegen die Ausschüttungen der Fondsmanager unter den Erwartungen der Investoren.
Längere Halteperioden senken die IRR
Die längeren Haltedauern wirken sich laut Mackewicz auf die Internal Rate of Return (IRR) aus. Der Berater rechnet vor, dass ein Multiple von 2,0x nach vier Jahren einer IRR von 19 Prozent entspricht, nach sieben Jahren jedoch nur noch 11 Prozent. Die globalen Ausschüttungen beliefen sich im September 2025 auf 8 Prozent des Net Asset Value, der langfristige Durchschnitt liegt bei 21 Prozent.
Viele Private Equity Manager weisen zwar weiterhin hohe Renditen aus, doch basiert ein erheblicher Teil dieser Kennzahlen auf noch nicht realisierten Bewertungen. Die Performance spiegelt damit vor allem modellierte Annahmen wider, weniger tatsächlich erzielte Verkaufserlöse. Mackewicz merkt an, dass diese Zahlen eine beträchtliche Hoffnungskomponente enthalten und sich bei künftigen Transaktionen noch nach unten bewegen können.
Fehler aus der Hochpreisphase
Angesichts dieser unsicheren Bewertungsgrundlage haben sich laut Mackewicz auch die Anforderungen an die Due Diligence verändert. Investoren bewerten heute primär Höhe und Geschwindigkeit der tatsächlichen Ausschüttungen, nicht mehr nur die ausgewiesenen Portfoliowerte. Paper Performance hat an Bedeutung verloren, Cash Performance wird entscheidend.
Als zusätzliches Problem haben viele Manager das Kapital in weniger als drei Jahren zu Peak Multiples ausgereicht. Sie kämpfen heute mit schwieriger Wertsteigerung und erhöhten Abschreibungsrisiken, so Mackewicz.
Mackewicz & Partner erwartet für die Private-Equity-Industrie zwar keinen plötzlichen Kollaps, hält aber eine strukturelle, mehrjährige Marktbereinigung unter den General Partners (GPs) für wahrscheinlich. Vor allem kleinere, junge oder in der Hochpreisphase überhastet investierte Manager werden keine neuen Fonds mehr auflegen können.
