Private Equity hat das vierte Jahr in Folge weniger Gewinne an Investoren zurückgegeben. Die Ausschüttungen im Verhältnis zum Nettoinventarwert blieben 2025 bei 14 Prozent. Laut einer neuen Studie von Bain & Co ist das der zweitniedrigste Wert seit der Finanzkrise.
Das Transaktionsvolumen stieg zwar um 44 Prozent auf 904 Milliarden US-Dollar. Doch 13 Megadeals erklärten 69 Prozent des gesamten Wertzuwachses. Das Eigenkapital für viele dieser Transaktionen kam zudem überwiegend von Staatsfonds und strategischen Käufern, nicht aus klassischen Buy-out-Fonds. Auch das trockene Pulver verharrte mit 1,3 Billionen Dollar auf Rekordniveau, die Gesamtzahl der Deals sank um 6 Prozent.
Institutionelle Investoren werden wählerischer
Die Branche sitzt zudem auf rund 32.000 unverkauften Portfoliounternehmen im Wert von 3,8 Billionen Dollar. Die durchschnittliche Haltedauer beträgt inzwischen sieben Jahre, das ist ein Jahr länger als noch 2021. Die Analyse von Bain & Co von 15 Buy-out-Jahrgängen zeigt, dass der interne Zinsfuß ab Jahr sieben stagniert und danach absinkt. Die Asset Manager trennten sich auf der Suche nach Liquidität im vergangenen von ihren stärksten Assets. Oder anders gesagt: Für Unternehmen mit schwächeren Perspektiven fanden sich kaum Abnehmer.
Auch auf der Fundraising-Seite spiegeln sich die anhaltenden Probleme der Branche. Das Buy-out-Segment verzeichnete 2025 mit einem Rückgang von 16 Prozent auf 395 Milliarden Dollar das vierte Minus in Folge. 53 Prozent der Investoren gaben gegenüber Bain an, neue Commitments nicht tätigen zu können, weil frühere Zusagen noch nicht abgerufen wurden. Laut Bain & Co fordern institutionelle Investoren immer häufiger eine interne Nettorendite von über 20 Prozent als Mindestvoraussetzung. Und sie schauen ganz genau hin, wem sie ihr Vermögen anvertrauen: Erfolgreiche Fondsabschlüsse gelangen 2025 fast ausschließlich Häusern mit konsistenter Ausschüttungshistorie, sagt Bain & Co.
„Zwölf ist die neue Fünf“
Die veränderte Deal-Logik verschärft das Dilemma der Branche. Vor der Zinswende genügten 5 Prozent jährliches EBITDA-Wachstum, um Zielrenditen zu erzielen – gestützt von billigem Fremdkapital und steigenden Bewertungsmultiplikatoren. Beides ist Geschichte. Finanzierungskosten liegen inzwischen bei 8 bis 9 Prozent, Verschuldungsquoten sind auf 30 bis 40 Prozent gesunken, während Kaufpreismultiplikatoren auf Rekordniveau verharren. Um unter diesen Bedingungen noch eine Zielrendite von 2,5x zu erreichen, sind laut dem Bain-Report 12 Prozent EBITDA-Wachstum pro Jahr erforderlich. „Zwölf ist die neue fünf“, fassen die Studienmacher zusammen.
Arrian Correns ist seit 2024 Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- und Investmentnachrichten. Seine ersten Schritte im Journalismus machte der studierte Staatswissenschaftler im Lokaljournalismus. 2023 wechselte er mit dem Volontariat im Fachverlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in den Finanzjournalismus. In dieser Zeit schrieb Arrian Correns auch für die dpn-Schwesterpublikationen „FINANCE Magazin“ und „Die Stiftung“. Arrian Correns befasst sich heute vor allem mit Themen der institutionellen Kapitalanlage und der Digitalisierung der Investmentbranche.

