EQT steigt ins Secondaries-Geschäft ein

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken

Die Relevanz eines Marktsegments zeigt sich spätestens dann, wenn ein Big Player aus einem anderen Bereich dort ebenfalls einsteigt. Und ein solcher Big Player im Bereich Private Equity ist EQT. Die Schweden verfügten zum Jahresende 2025 über Assets under Management in Höhe von 270 Milliarden Euro – investiert in über 300 Portfoliounternehmen weltweit.

Nun kommt ein weiteres hinzu. Und zwar eines, mit dem EQT einen neuen Markt erschließt. Wie die Skandinavier berichten, haben sie am 22. Januar 2026 eine Vereinbarung zum Kauf von Coller Capital unterzeichnet. Die Briten gehören zu den führenden Gesellschaften am Sekundärmarkt mit einem verwalteten Gesamtvermögen von fast 50 Milliarden Euro, 330 Mitarbeitenden, verteilt auf elf Standorte weltweit.

„Der Einstieg in den Secondaries-Bereich mit Coller ist ein natürlicher und wichtiger Schritt in EQTs strategischer Entwicklung“, begründet EQT-CEO Per Franzén den Deal. „Secondaries sind für Kunden zunehmend ein wichtiges Instrument, um Liquidität und Portfoliokonstruktion zu steuern und langfristiges Eigentum an hochwertigen Vermögenswerten zu unterstützen.“ So sei der Sekundärmarkt 2025 um 41 Prozent gewachsen und habe ein Deal-Volumen von 226 Milliarden Dollar erreicht. Bis 2030 dürfte er sich voraussichtlich mehr als verdoppeln.

Den Coller-Deal will sich EQT 3,2 Milliarden US-Dollar kosten lassen. Dafür erhalten die Stockholmer 100 Prozent der Coller-Capital-Managementgesellschaft, die General-Partner-Einheiten, die die Coller-Capital-Fonds kontrollieren, sowie 10 Prozent des Carried Interest am jüngsten Private-Equity-Secondaries-Flaggschifffonds (CIP IX), der am 31. Dezember 2025 bei 10,2 Milliarden Dollar an gebührenrelevanten Zusagen final geschlossen wurde, was zu einer gesamten Fondsgröße von 14,2 Milliarden Dollar führt

EQT will mit dem Kauf das attraktivste Private-Markets-Unternehmen in skalierbarer Größe aufbauen, das weltweit branchenführende Performance und Lösungen erbringt. Gemeinsam sollen die beiden Unternehmen Beziehungen zu institutionellen Kunden, Privatvermögen und Versicherungsmandaten stärken und zugleich eine breitere globale EQT-Plattform über Private Equity, Infrastruktur, Immobilien und Secondaries schaffen.

Patrick Daum ist Chef vom Dienst bei dpn-online. Er berichtet über alle Themen rund um das institutionelle Asset Management.

LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken