Generali Pensionskasse steht kurz vorm Verkauf

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Im Hintergrund wird fleißig verhandelt. Es geht um den Verkauf der Generali Deutschland Pensionskasse (GDPK) an die Frankfurter Leben-Gruppe. Als erstes hatte Bloomberg über eine mögliche Übernahme der Bestände des italienischen Generali-Konzern durch den Frankfurter Run-off-Spezialisten berichtet. Wie es heißt, überprüfe der Versicherer sein Lebengeschäft, um die Rentabilität zu verbessern. Ein Verkauf würde Kapital bei der Generali freisetzen und die Solvenzquote verbessern. Der Bestand der GDPK ist bereits seit 2017 geschlossen und soll ein verwaltetes Vermögen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar umfassen. Bestätigen wollte uns ein Generali-Sprecher „diese Spekulationen“ rund um einen möglichen Verkauf nicht.

Überraschend käme der Schritt aber nicht. Generali hat mit dem Verkauf von Leben-Beständen bereits Erfahrungen gemacht. 2018 schloss der Versicherer den Verkauf der Generali Leben an die Abwicklungsplattform Viridium ab. Bis heute hält der Veränderungsprozess im Generali-Konzern an. Das gilt auch für die GDPK, die für das Management unattraktiv ist. Die GDPK weist für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022 ein eingelöstes Neugeschäft in laufenden Jahresbeiträgen von 708.000 Euro (Vorjahr: 1,143 Millionen Euro) aus, ein Rückgang um 38,1 Prozent. Dies ist auf die laufenden Beiträge aus Dynamikerhöhungen zurückzuführen, die sich um 42,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verringert haben. Das Ergebnis der laufenden Beiträge aus Nachversicherungen zugunsten von neuen Arbeitnehmern in bestehenden Kollektiven stieg entgegen dem mittelfristigen Trend leicht an und lag bei 94.900 Euro.

Die GDPK hat 2017 das aktive Neugeschäft eingestellt, so dass sich das Neugeschäft lediglich auf Dynamikerhöhungen und andere bestehende vertragliche Zusagen bezieht. Bei den Neugeschäftsbeiträgen entfielen 86,6 Prozent (Vorjahr: 92,5 Prozent) auf Dynamikerhöhungen. Damit sind die Dynamikerhöhungen sowohl absolut als auch bezogen auf den Anteil am eingelösten Neugeschäft unverändert hoch. In der Betrachtung der laufenden Beiträge des Neugeschäftes inklusive der Dynamikerhöhungen dominieren die konventionellen Rententarife mit einem Anteil von 88,4 Prozent (Vorjahr: 89,1 Prozent). Im Verlaufe des Geschäftsjahres sank der Bestand um 81,9 Millionen Euro (-2,7 Prozent) auf eine Versicherungssumme von drei Milliarden Euro. Der Bestand ging damit etwas stärker zurück als im Vorjahr. Die Anzahl der Versicherungsverträge im Bestand reduzierte sich um rund 3.800 auf rund 152.400 Stück.

Die wesentlichen Trends in der Geschäftsentwicklung 2022 der Lebensversicherer, Pensionskassen und -fonds lassen sich wie folgt zusammenfassen: Betrachtet man die Lebensversicherer einschließlich der Pensionskassen und Pensionsfonds, so hat die bAV auch 2022 einen hohen Anteil am Gesamtergebnis der Beitragseinahmen der Lebensversicherer. Insgesamt ist der Anteil der bAV am Gesamtergebnis weiter angestiegen. Dazu tragen maßgeblich Direkt- und Rückdeckungsversicherungen bei. Sie bilden den Schwerpunkt des Neugeschäfts der bAV. Der Anteil der Pensionskassen am Neuzugang ist im Gegensatz dazu auf niedrigem Niveau unverändert im Neugeschäft stark rückläufig. Auch Bestand und Beiträge gehen zurück. 11 Pensionskassen mit ihrem auf Altersversorgung ausgerichteten Geschäftsmodell sind von der Niedrigzinsphase besonders betroffen. Ein verstärktes Umschwenken auf ertragsstarke reine Biometrieabsicherung ist in diesem Durchführungsweg nicht möglich. Auch andere Pensionskassen haben ihr aktives Neugeschäft seit Jahren eingestellt. Die Bafin hat unverändert die Situation bei den Pensionskassen verstärkt im Blick.

 

Goran Culjak ist Redakteur bei dpn – Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten. Davor arbeitete er bei PLATOW als Fachredakteur für Versicherung und Altersvorsorge und etablierte die Risikomanagementkonferenz. Der Diplom-Betriebswirt (FH) startete 2004 als Pressereferent bei Union Investment seine berufliche Laufbahn.

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